Ich fühlte mich vom Klingeln des Telefons genervt und wollte erst gar nicht dran gehen. Dann tat ich es aber doch und hörte die Stimme meiner Cousine Inga. Sie war zur Zeit Single.
„Hi. Was machst du in drei Wochen im Zeitraum Donnerstag Mittag bis Sonntag abend?“
„Keine Ahnung. Das weiß ich doch jetzt noch nicht.“
„Prima, fährst du mit mir nach Schweden?“
„Ich mache was?“
„Ich frage, ob du mit mir nach Schweden fährst. Ich habe hier im Supermarkt, bei dem ich immer einkaufe, bei einem Preisausschreiben mitgemacht und den Hauptpreis gewonnen. Vier Tage in einer gemütlichen Blockhütte, an einem romantischen See gelegen, herrlich in der Natur.“
„Warum kommst du auf mich?“
„Weil du so unglaublich sympathisch bist und einen Allrad-SUV hast. Da liegt nämlich Schnee.“
„Frag doch gleich, ob ich dir mein Auto leihe.“
„Nein, ich will dich als Fahrer. Als Begleitung. Lass uns da drei geile Tage verbringen. Wandern in der Natur und mit einem guten Wein abends am prasselnden Kamin sitzen. Überleg‘s dir. Aber nicht zu lange.“
„Ich bin dabei.“
An besagtem Donnerstag ging es dann los. Ich holte Inga ab, sie wuchtete einen Koffer in den Kofferraum meines Range Rover und dann ging es los. Richtung Travemünde, die Fähre nach Trelleborg ging um 21.20 Uhr. Von Trelleborg ging es dann mit einer weiteren Fähre nach Malmö und dann war es noch einmal eine Stunde Autofahrt. Dank des Navis fanden wir die Hütte am See ganz einfach. Inga hatte die Information bekommen, dass die elektronische Karte, mit der man das Haus öffnet, ganz klassisch unter der Fußmatte lag. Damit kam man ins Haus und wenn man die Karte in einen Schacht steckte, aktivierte man damit den Strom im Haus und hatte Licht, Heizung, Kühlschrank und einen Herd. Allerdings war die Karte begrenzt. Am Sonntag gegen 14.00 Uhr stellte eine Timerfunktion die Karte ab. Ab da gab es keinen Strom mehr. Damit sollte verhindert werden, dass Leute eine Woche bezahlen und dann noch ein oder zwei Tage dranhängen.
schreibt Anamur