Nur, leider, Bier habe er keines. Der Mann, der es sonst immer liefert, sei heute nicht gekommen. Doch bevor der enttäuschte Gast seinen Unmut äußern konnte, bot der Wirt an, seinen Jungen in ein nah gelegenes Geschäft zu schicken, er, der Gast, müsse ihm allerdings das passende Geld mitgeben. Durch sein Erlebnis auf dem Berg immer noch leicht euphorisch und durch das Angebot des Wirts besänftigt, hielt sich sein Ärger über diese erneute Verzögerung seinen Durst zu stillen in Grenzen. Er griff in seine Hosentasche und erstarrte. Kein Portemonnaie! Er durchsuchte alle Taschen seiner Rangerhose. Nichts! Dafür fand er etwas anderes, etwas, was er ganz und gar nicht erwartet hatte, das er herauszog und verblüfft betrachtete. Es war der Slip seiner rätselhaften Geliebten. Unwillkürlich hob er ihn an die Nase und roch immer noch diesen verwirrenden Duft nach junger Frau und Limetten. Dieses seltsame Abschiedsgeschenk oder besser gesagt dies Tauschgeschenk konnte ihn jedoch nicht über den Verlust seines Geldbeutels hinweg trösten, in dem immerhin ein großer Teil seines Bargelds, eine Kreditkarte und andere wichtige Dokumente steckten. Fast noch mehr als den Verlust ärgerte ihn jedoch, wie naiv, wie ahnungslos er gewesen war und wie einfach er es der Frau gemacht hatte, ihn zu beklauen. Er, ein naiver, ahnungsloser, vertrauensseliger Idiot und Einfaltspinsel! Doch morgen würde er noch einmal auf den Berg gehen und sein Eigentum zurückfordern. Er lachte grimmig und steckte den Slip wieder in seine Hosentasche.
Der Wirt merkte, dass etwas nicht stimmte und fragte, was los sei und ob er ihm helfen könne. Froh, seinen Frust abladen zu können, erzählte er von seiner Wanderung, von dem phantastischen Blick auf den Park, von dem hinreißenden Abendlicht und dem einsamen Haus und dass er sein Portemonnaie irgendwo dort oben verloren habe.
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