Es gab kein Tor, keine Lücke durch die er auf den Hof hätte gelangen können und er sah natürlich auch nichts, absolut nichts, was auf ein Haus hingedeutet hätte. Er setzte sich auf einen umgestürzten Baumstamm und holte den Slip aus seiner Hosentasche. Er hielt ihn an die Nase und roch daran. Er roch nichts. Der Duft, den er noch am Vorabend deutlich wahr genommen hatte und der ein Beweis für das hätte sein können, was er erlebt hatte, war verflogen. Ratlos steckte er ihn wieder ein.
“Puedo ayudarte?” Der Mann mit der rauen Stimme hatte ihm eine Frage gestellt. Es musste eine Frage gewesen sein, obwohl er nur ahnen konnte, was sie bedeutete. Der Mann wollte vermutlich wissen, ob er ihm helfen könne. Die Sonne brannte vom wolkenlosen Mittagshimmel, gleißend, schweißtreibend, alles lähmend. Er hatte seinen Wagen von der Straße weg auf einen freien Platz vor einem Wohnblock gelenkt, nachdem er erst vermutet, sich dann aber sehr rasch sicher war, dass mit den Reifen etwas nicht stimmte. Dieses verdammt Holpern rührte nicht nur von den zahllosen Schlaglöchern auf der maroden Straße. Es musste mehr sein. Als er ausstieg und nachschaute, sah er gleich den Grund: ein Platten hinten links.
Es war keine schöne Gegend, in der er eine unfreiwillige Pause machen musste. Die Häuser sahen heruntergekommen aus. Vierstöckige Wohnblocks mit schmutzigen Fassaden, die früher einmal weiß oder rosa gewesen waren. Statt Vorgärten nur Massenansammlungen von Unkräutern, zwischen denen ab und zu ein Baum stand. Ein Pferd, mit einem langen Seil an einen in den Boden geschlagenen Pflock gebunden, weidete auf einer dieser Unkrautwiesen. Außer dem Pferd schien die Gegend in der Mittagshitze ausgestorben zu sein. Er fluchte, als er den Schaden begutachtete, und wischte sich den Schweiß von der Stirn, der sich schon eingestellt hatte, noch ehe der erste Handgriff getan war.
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