Ein Sommernachtstraum

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Ein Sommernachtstraum

Ein Sommernachtstraum

Desdemona

Vincent hat die Augen geschlossen. Das Buch liegt aufgeklappt, mit dem Rücken nach oben, auf seiner Brust. Die Brandung des Meeres vermischt sich in seinen schläfrigen Gedanken mit dem Kreischen der Möwen und dem leisen Rauschen des Schilfes zu einem samtenen Klangteppich, der ihn ins Reich der Träume hinüber trägt. Etwas Fremdes mischt sich in den Gleichklang, ein kühler Luftzug, als hätte jemand ein Fenster geöffnet und der plötzlich hereintretende Wind brächte die Gardinen zum Wehen, gefolgt von einem unbekannten Duft, leicht und schwer zugleich, wie wenn man durch ein Meer aus wogenden Blüten schreitet. Ein Hauch von Frühlingsblumen dringt zu Vincent herüber.
Vincent öffnet die Augen. Durch den Vorhang der Wimpern sieht er sie. Eine große Frau mit langen roten Haaren. Der Wind spielt mit den Kringeln ihrer Locken. Sie trägt ein weißes, langes Kleid. Der Stoff fällt hinab bis zu den Knöcheln. Eine Windbö erfasst ihre Rockschöße und treibt sie auseinander. Vorn, wo die Knopfleiste ist, öffnet sich der Stoff bis zu den Oberschenkeln und gibt den Blick frei auf ihre elfenbeinfarbenen Beine. Sie enden in weißen Sandalen. Ein schmaler Riemen umschließt ihre zarten Fesseln. Ihre Waden spannen sich mit jedem ihrer Schritte.
Vincent erhebt sich und folgt der unbekannten Frau. Am Ende des Weges dreht sie sich zu ihm um. Vincent bleibt stehen. Ein Blick aus meergrünen Augen streift sein Gesicht wie ein kühler Morgenwind. Er fühlt eine Woge der Lust in sich aufsteigen. Sein anschwellender Penis drückt schmerzhaft gegen den Stoff der Hose. Die Fremde erhebt leicht ihren rechten Arm. Ihr Finger mit dem korallenfarbenen Nagel formt sich zu einer lautlosen Geste: Komm, folge mir. Dann verschwindet sie im Unterholz.
Vincent findet sie mit dem Rücken an einen Baum gelehnt. Ihre Augen sind leicht geschlossen, der Hals zurückgebogen, die Lippen glänzen feucht und stehen um Millimeter offen. Der aufgeknöpfte Ausschnitt ihres Kleides gibt den Blick auf die Spitzen ihrer Brüste frei, rosefarbene kleine Tupfen. Ihr Atem geht schnell. Mit jedem Luftzug, den ihre Lungen einsaugen, schiebt sich der Stoff ein wenig mehr auseinander und gibt ein größeres Stück ihrer apfelförmigen Rundungen frei. Die Beine sind nach vorn geöffnet. Der Rock klafft auseinander bis zum Ansatz ihrer Oberschenkel. Ihr ganzer Körper erscheint ihm als eine einzige pulsierende Vagina, die ihn erwartet.
Vincent betrachtet einen kurzen Augenblick regungslos die Szene, das Blut in seinem Penis pocht. Mit der Rechten öffnet er die Hose, ohne einen Blick von ihr zu wenden. Er macht drei Schritte auf sie zu. Seine Hände schieben ihre Rockschöße weiter auseinander. Glitzernd und rot reckt sich ihm ihre Vulva entgegen. In dem Moment, als er in sie eindringen will, löst sich ihr Bild auf. Die Konturen beginnen zu verschwimmen, bis nur noch eine weißlichgraue Masse übrig ist.
Vincent benötigt eine Weile, um sich im Raum zurecht zu finden. Mühselig gewöhnen sich die Pupillen an das Dämmerlicht. Durch die Vorhänge dringen vereinzelt Sonnenstrahlen. Er ist nackt und liegt auf dem Rücken im Bett. Seine Hand gleitet nach unten, wo sein Penis zusammengeschrumpft im Dickicht des Schamhaares liegt. Er spürt die Nässe seiner Ejakulation an der Bettdecke und auf seinem Becken. Er dreht den Kopf nach rechts. Er lauscht auf Michelles gleichmäßige Atemzüge. Sie liegt zu ihm abgewandt. Unter der Decke hebt und senkt sich die Kontur ihres Körpers im Rhythmus ihres Atems.

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