Ein Tag im Sommer

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Ein Tag im Sommer

Ein Tag im Sommer

Anja F.

Ich saß am Computer und brütete über einem Text. Welcher Text das war kann ich nicht mehr genau sagen. Warum ich ihn bearbeitete weiß ich auch nicht mehr. Vielleicht hab ich auch etwas anderes getan, aber eigentlich hatte ich keine Lust irgend etwas zu tun. Es war ein Samstag im Hochsommer und die Temperatur war unerträglich hoch. Am liebsten wäre ich an den Strand gegangen, aber ich mußte arbeiten. Vom Fenster meines Arbeitszimmers aus konnte ich den Wald sehen. Das war das schöne an meiner Wohnung. Bevor ich diese Wohnung hatte fühlte ich mich nirgends wirklich heimisch. Das Gefühl, irgendwie in der Fremde zu sein war immer präsent. Ich fühlte mich nur in meinem Elternhaus wohl. Vor zwei Jahren dann fand ich heraus, woran es lag. Meine vorherigen Wohnungen waren immer in der Stadt gelegen. Wenn ich aus dem Fenster sah, waren da nur Häuser. Der direkte Blick auf den Wald, auf die Bäume und die Natur, wie ich ihn bei meinen Eltern geniesen konnte, war mir verwehrt. Daran lag es und es fiel mir auf als ich meine jetzige Wohnung zum ersten mal besichtigte. Sie liegt am Rand der Vorstadt und der zugehörige Garten wird vom Wald an seinem hinteren Ende begrenzt. Die Wohnung selbst befindet sich in einem kleinen, alleinstehenden Haus und besteht aus dem kompletten Erdgeschos. Es gibt noch eine zweite Wohnung über mir, in der vor kurzem ein junges Ehepaar, nicht viel älter als ich, eingezogen ist. Ich selbst wohne allein in meiner Traumwohnung. Das ist auch der Grund, weswegen ich an diesem schönen Sommertag arbeiten mußte. Irgendwie muß die Miete ja bezahlt werden. Aber es fiel mir schwer mich zu konzentrieren. Es war bereits ein Uhr. Noch drei Stunden, dachte ich, dann kommt Christina und will mit mir an den Strand. Die Arbeit sollte in der Zeit erledigt sein.
Warum hatte ich mich von ihr übereden lassen. Aber sie hatte eigentlich recht. "Warum mußt du immer arbeiten? Gönn' dir doch auch mal was. Außerdem: Abends kannst du dich doch sowieso nicht mehr richtig konzentrieren. Warum nutzen wir nicht die letzten Sonnenstrahlen, gehen noch ein bischen an den Strand und quatschen dort eine Runde. Das haben wir schon so lange nicht mehr getan." Das hatte sie am Telefon gesagt und wie gesagt: Sie hatte eigentlich recht. Es
plagte mich auch schon mein schlechtes Gewissen, daß ich damals so wenig Zeit für sie fand. In der Uni sahen wir uns zwar jeden Tag aber eigentlich hatte keine von uns Zeit für ein fachfremdes Gespräch und an
den Wochenenden arbeitete ich meistens. Also hatte ich zugesagt und mir gedacht, daß morgen ja auch noch ein Tag ist. Eigentlich freute ich mich jetzt schon richtig auf den Strand.
Aber es sollte noch drei Stunden dauern und irgendwie hatte ich wirklich Probleme mich für meine Arbeit zu motivieren. Und es wurde nicht einfacher, denn oben bei dem Ehepaar ging es mal wieder richtig zur Sache. Eigentlich war das für mich nichts neues, denn sie hatten meist ein- bis zweimal am Tag Sex miteinander. Und Sie war wirklich sehr laut. Mich wunderte nur, daß sie bei diesem Wetter noch in der Wohnung waren. Aber da fiel mir ein, daß ich an diesem Tag so gegen fünf Uhr von der ins Schloss fallenden Haustür geweckt wurde. Sie waren also wahrscheinlich erst aufgestanden. Mich störte es nicht, daß ich oft Ohrenzeuge ihrer Lust wurde. Im Gegenteil. Abends, wenn ich wieder einmal allein in meinem Bett liege, finde ich es sogar sehr anregend. Oft schon, wenn ich nicht einschlafen konnte und Ihr Stöhnen hörte, habe ich mich vorgestellt, was sie jetzt wohl gerade machen. Es erregte mich und ich hatte kaum Mühe mit wenig Handarbeit zu einem erleichternden Orgasmus zu kommen.
Auch damals fand mich ihr Akt in einem empfänglichen Zustand. Ich spürte, wie ich immer unaufmerksammer wurde. Meine Brustwarzen wurden langsam hart und zeichneten sich unter dem dünnen Stoff meines Bikinioberteils ab. Jetzt war es endgültig so weit. Ich ließ Arbeit Arbeit sein und lehnte mich in meinen Drehstuhl zurück, schloß die Augen und hörte nur ihren lustvollen Geräuschen zu. Ich verspürte den Drang mich auszuziehen. Wenn man darüber nachdenkt ist es sowieso komisch, warum man bei solchen Temperaturen in seiner eigenen Wohnung noch den Anschein des "angezogen-seiens" aufrecht erhält und sich statt völlig nackt zu sein mit einem Bikini "bekleidet". Aber vielleicht bin ich auch nur abartig, denn eigentlich liebe ich es nackt zu sein. Ich besize darum auch keinen einziges Nachthemd. Aber irgendwie unterwirft man sich dann doch immer dem gesellschaftlichen Zwang, selbst dann, wenn gar keine Gesellschaft da ist, die einen kontrolliert.
Ich zog mich aus. Oben kam Sie gerade zum ersten Höhepunkt. Ihr zuvor langezogenes, tiefes, lustvolles Stöhnen wurde abgehackter. Sie stieß nurmehr kurze spitze Schrei aus, welche in einen langen, hohen Schrei mündeten. Es war eigentlich immer mehr oder weniger die gleiche Prozedur, ich wartete also bis sie, nach einigen Minuten Pause, wieder loslegte. Während sie oben stöhnte streichelte ich langsam meine Flanken. Vier Finger fing unter der linken Achsel fingen an meine Haut sanft zu liebkosen während der Daumen am Ansatz meiner Brust verweilte. Langsam fuhr ich mit den Fingern meiner Kontur nach, wobei der Daumen die Wölbung meiner Brust nachvollzog bis er an meiner harten Brustwarze angekommen war. Ich hielt inne und umkreiste sie mit dem Daumen. Der kleine Finger und der Ringfinger schoben sich unter die Brust, so daß ich sie jetzt ganz im Griff hatte und sanft kneten konnte. Wunderbar. Aber ich wollte weiter. Ich ließ also den Daumen über die untere Wölbung meiner Brust weiterfahren, kam an meinem Beckenknochen vorbei und fuhr der Ausenseite meiner Oberschenkel entlang. Am Knie wechselte ich die Seite und fuhr an der Innenseite zurück. Ich streichelte die weiche Haut bis ich an den Ansatz meines dichten, dunklen, lockigen Schamhaares gelangte. Ich ließ meine Finger dort verweilen und zog nach kurzer Zeit den Umriss meines Deltas mit dem Zeigefinger nach. Ausgehenden von der einen Seite fuhr ich an der Grenze entlang nach oben, am Fuße meines Venushügels entlang und wieder nach unten über meinen bereits feuchten Damm zu meinem Ausgangspunkt zu gelangen. Ich leckte die Feuchtigkeit von meinem Zeigefinger. Dies ist wieder so etwas, was mir oft den Eindruck vermittelt ich sei abartig. Meine Freundinen, mit welchen ich über so etwas rede, verziehen oft angewiedert ihr Gesicht, wenn ich ihnen erzähle, daß ich meinen Geschmack gerne mag. Sie erzählen mir dann, daß sie eigentlich noch nicht einmal ihren Partner küssen wollen, wenn er sie kurz zuvor geleckt hat. Für mich unbegreiflich. Die einzige Ausnahme, die ich kenne, ist Christina.
Ich streichlte mich weiter, erklärte allerdings mein Delta zur verbotenen Zone. Ich hatte keine Lust schnell Befriedigung zu erlangen. Oben kam sie zum zweiten und, für die nächsten Stunden, letzten Mal. Wenn ich wollte, hätte ich mir sofort Befriedigung verschaffen können. Meine Lust hatte sich in mir zusammengezogen und ich war in dem Zustand den ich am besten mit "reiner Geilheit" umschreiben möchte. Alles, was ich tue wird nur nach seinem Gewinn an Lust für mich beurteilt. Außer meiner Lust gibt es keine andere Instanz. Das klingt jetzt sehr nach de Sade, aber diesen Zustand zu ereichen ist eine wahre Freude. Ich erreiche, oder will ihn nur erreichen wenn ich viel Zeit für mich habe. Im Gegensatz zu de Sade würde ich allerdings nicht soweit gehen die körperliche Unversehrtheit meiner Lust unterzuordnen, aber manches, was man sich "nüchtern" nicht vorstellen kann wird in diesem Zustand akzeptabel. Man hungert förmlich nach (kleinen) "Perversitäten". So auch jetzt.
Ich will mich selber anschauen, mich an meinem Anblick weiter erregen. Ich will etwas probieren. Etwas, was in billigen Softsexfilmchen zum Repertoire gehört und was mir eigentlich nur albern vorkommt. Warum ziehen sich die Frauen komplett aus, behalten allerdings ihre hochhackigen Schuhe an? Den Männern scheinen es zu gefallen. Auch mich hat ein One-Night-Stand schon mal überredet, doch meine Schuhe anzulassen. Ich kam nicht dahinter warum, aber ich tat ihm den Gefallen. Jetzt wollte ich es ausprobieren.
Ich holte meine Schwarzen, zog sie an und ging in mein Schlafzimmer um mich im Spiegel zu betrachten. Schon als ich die Schuhe anzog überkam mich ein veruchtes Gefühl, welches meine Erregung anheizte. Aber als ich mich dann im Spiegel sah war ich überwältigt. War das ich? Es blickte mich eine mittelgroße, dunkelhaarige Frau an. Sie stand im Halbprofil, hatte die Hände lässig in die Hüfte getützt und ihre wundervollen Brüste keck nach vorne gedrückt. Sie war nicht dürr aber auch nicht dick. Ihre Beine erstreckten sich fast bis ins Unendliche. Ich wollte sie berühren. Da fiel mir wieder ein, daß ich mich ansehe, mich begehre. Ich posierte vor dem Spiegel, betrachtete mich von allen Seiten. Etwas störte mich doch noch. Es war mein Delta. Ich stellte es fest, als ich leicht die Beine spreizte. Meine dichten Locken waren von meiner Feuchtigkeit
verklebt und unansehnlich. Die müssen weg!
Ich habe mir außer den üblichen Stellen noch nie meine Schamhaare rasiert. Aber wie ich bereits gesagt hatte, ich war in einem Zustand höchster Erregung. Ich war nur Lust.
Schnell alles zusammengesucht. Eine Schüssel mit lauwarmen Wasser, meinen Rasierer, etwas Seife und ein Handtuch um es auf das Bett zu legen. Ich seifte meine Haare ein, mußte dabei allerdings aufpassen mich nicht vorzeitig zum Höhepunkt zu bringen. Meine angeschwollenen Schamlippen hielt ich mit der flachen Hand nach unten gedrückt und setzte den Rasierer an. Jetzt passierte es. Eine Welle der Lust stieg in mir auf. Die Vorboten eines Höhepunktes. Ich kämpfte dagegen an, wollte noch nicht soweit sein, konnte allerdings nichts mehr tun. Meine Muskeln spannten sich an, ich konnte nich mehr länger sitzen und fiel nach hinten auf mein Bett. Meine Hand ließ meine zuckenden Scheide alleine. Ich wollte diesen Genuss nicht durch zusätzliche Stimmulation schmälern. Die Hände hielten sich hinter meinem Kopf gegenseitig fest und eine Welle nach der anderen brandete in mir hoch. Ich liebe dieses Gefühl einen Orgasmus ohne offensichtliche
Fremdeinwirkung zu haben. Dieses Gefühl an die Grenze seiner Belastbarkeit zu kommen, diese wohligen Schmerzen, gegen die nur ein beherzter Griff zwischen die Beine hilft, denn man sich aber versagt um die ganze Lust des Leidens auszukosten.
Ich litt und genoss. Die Wellen ebten ab, aber meine Lust war immer noch furchtbar stark. Ich setzte also mein Werk fort und legte meine intimste Zone frei. Erst die rechte Seite, dann fing ich mit der linken an. Ich setzte den Rasierer an als die Türglocke leutete. Ich wurde jäh in die Realität zurückgeholt. Wer war das? Ich schaute auf meinen Wecker: 15.30 Uhr, ich habe völlig die Zeit vergessen.
War das Christina?
Wahrscheinlich, sie kommt ja immer etwas früher als verabredet. Ich ging an die Gegensprechanlage und trocknete mich derweilen ab. "Ja bitte?"
"Hi Anja! Ich bin's." Ich erkannte Christinas Stimme. "Ich bin leider etwas zu früh dran. Hab' mir dann aber gedacht, je früher ich dich von der Arbeit abhalte, desto besser für dich." "Ich bin noch nicht ganz fertig. Aber du kannst ruhig schon mal reinkommen." Ich überlegte kurz, was ich jetzt tun sollte. Handtuch, Bademantel, Bikini? Ich spürte die Lust in mir hochsteigen, mich ihr so wie ich war zu zeigen. Halbrasiert, erregt und wunderschön. Ich hatte ja auch noch die Schuhe an. Ausziehen? Nein. Ich drückte auf den Türoffner. Die Tür wurde geöffnet, mir gingen letzte Gedanken für und wieder meiner Absicht durch den Kopf. Wir hatten uns ja schon oft nackt gesehn, in der Umkleidekabine, wenn wir uns zum Ausgehen fertigmachten und so weiter. Meine exhibitionistische Veranlagung gewann und ich öffnete so wie ich war die Tür. Sie stand bereits davor. Einen kurzen Moment merkte ich ihr ihre Verwunderung an. "Komm doch rein." Sie trat über die Schwelle, völlig normal. Sie umarmte mich, wie wir es immer tun und wir tauschten, wie immer, Küschen auf die Wange aus. "Du siehst gut aus", sagte sie. "Danke, ich weiß!"

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