Wir hatten uns schon auf den Heimweg gemacht, als sie plötzlich stehenblieb und mich fest umarmte.
„Du biss mein beschter Mann, un mein beschter Erschatzschpiehler, den ich mir wüschen gann. Und wir swei lieben uns gans dolle.“ lallte sie und gab mir einen dicken Kuss auf den Mund. Es war eine ziemlich feuchte Angelegenheit und rief mir geschmackstechnisch sofort in Erinnerung, was sie sich an dem Abend alles reingeschüttet hatte. War nicht schwer, Ulli trank noch nie gerne alleine, aber wenn richtig, dann mit mir. Ich konnte da mitreden, denn wir kannten uns eben schon seit Schulzeiten. Wir hatten auch mal probiert, wie es generell, und speziell mit uns funktionieren würde, hatten aber beide gemerkt, dass wir eigentlich wie Geschwister waren. Das Thema war also durch, aber wir liebten uns trotzdem heiß und innig. Wie Bruder und Schwester eben.
Ulrike hatte es sich also im Flieger so richtig gemütlich gemacht. Als ihre Hand im Schlaf zufällig in meinen Schritt rutschte und ich dieses Versehen etwas weiter Richtung meines Knies schob, waren wir schon fast im Landeanflug. Ulli konnte überall pennen wie ein Hundewelpe.
Der Transfer zum Hotel lief ohne Probleme. Zwei Stunden nach der Landung hatten wir einen traumhaften Bungalow in einem ganz tollen Hotelkomplex bezogen und meine Pflicht hatte sich inzwischen in reine Freude verwandelt. Dass wir uns ein Bett teilen mussten, war für uns beide kein Problem, im Gegenteil, das hatten wir schon hunderte Male gemacht. Die Anlage war wunderschön angelegt, mit Palmen, blühenden Oleandern, Strelizien und viel Grünzeug, dessen Namen ich noch nicht mal kannte. Unser Bereich war abgegrenzt und nur für Erwachsene. Gegen 18 Uhr saßen wir schon blendend gelaunt beim Abendessen und freuten uns beide auf die kommenden 14 Tage mit Pool und Strand in rauen Mengen.
El sol de España
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