Eine war eine große, schlanke, stark vorgebräunte, schwarzhaarige Schönheit mit einer absoluten Traumfigur. Die andere, eine hellhäutige Blondine, war etwas kleiner, stand ihrer Freundin aber in nichts nach. Da wurden Träume bei mir zur Wirklichkeit. Die Blonde hatte einen ziemlich knappen String an, der so gut wie nichts verbergen konnte, als sie sich auf die Liege schob. Die Schwarzhaarige schwebte kurz an den Beckenrand, ging in die Hocke und hielt eine Hand ins Wasser. Sie rührte prüfend mit der Hand im Wasser, stand wieder auf und kam zurück zu ihrer Liege. Zwei pechschwarze Augen fixierten mich einen Augenblick, dann lag sie schon auf dem Bauch neben ihrer Freundin. Ich hatte reichlich gesehen und drehte den Kopf zu Ulli. Sie sah mich mit ihren grünen Augen direkt an und grinste.
„Geiler Bock“, nuschelte sie. „Ist die Jagd eröffnet?“
Ich grinste ebenfalls und zuckte mit den Schultern.
„Wenn das keine Lesben sind, könnte es schon sein“, gab ich zu. Ulli hob kurz den Kopf, sah hinüber und rutschte unmerklich ein Stückchen näher.
„Nee, niemals, das sind keine Lesben. Und selbst wenn, heißt das ja nicht, dass sie es nicht auch mal mit Männern treiben.“ Sie schmunzelte und genoss die Reaktion, die ihre Bewertung bei mir ausgelöst hatte. Ein zufriedenes Lächeln. Es entwickelte sich in den folgenden Stunden ein gegenseitiges Beobachten und Bewerten. Ulrike hatte recht, die beiden waren nicht lesbisch. So wie sie miteinander umgingen und lachten, waren sie gute Freundinnen, die zusammen Urlaub machten. Am Pool war auch eine kleine Bar. Im Außenbereich waren einige Tische aufgestellt und zur Bar selbst musste man ein paar Stufen nach unten in ein kleines Kellergeschoss, in dem sich auch Toiletten befanden. Jedes Mal, wenn ich etwas für uns holen wollte, musste ich an ihren Liegen vorbei.
El sol de España
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