Ela

Josie

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„Aber ich mochte ihn doch auch.“
„Mögen allein reicht aber nicht. Du selbst hast mir doch erzählt, was du alles bei ihm vermisst.“
„Ja, und jetzt vermisse ich den ganzen Typen.“, schluchzte sie.
Jedes Wort, mit dem ich sie trösten wollte, streute scheinbar nur noch mehr Salz in die frischen Wunden. Mit jedem Satz weinte sie ein Stück lauter, ungehemmter, sogar haltloser. Nichts war übrig geblieben, von dieser starken Frau.

Langsam schob ich sie in Richtung Zwischentür zu Chris‘ Büro, öffnete sie und schob mich mit meinem Klammeräffchen durch.
„Sieh mal Chris, was ich hier für eine jämmerliche Gestalt mitgebracht habe! Wir brauchen ein Programm zur Aufheiterung, hast du nicht ne Idee?“
„Hm, mal überlegen. Was mit dem Hubschrauber, dem Boot, Shopping, Wellness?“
„Klingt alles ganz gut. Ist es ok, wenn ich mit Shiva in meine Wohnung fahre, und das lädierte Gesicht wieder hübsch mache?“
„Na klar! Wir müssen sowieso bald mal sehen, wer deinen Job übernimmt. Du schaffst ja neuerdings nichts mehr.“, lachte er.
„Untersteh dich, meinen Platz neu zu besetzen, dann …, dann …, ach ich weiß auch nicht, überleg ich mir noch.“
„Keine Sorge, ich möchte nebenan niemand anderen als dich sitzen haben. Und nun ab durch die Mitte. Ich hol euch ab, bis dahin hab ich mir was Schönes überlegt.“

Zehn Minuten später saßen wir in meinem Audi. Shiva sah sich um, beobachtete die Menschen, die mehr oder weniger eilig über die Gehwege hasteten. Jedenfalls sah es von der Seite so aus. In Wirklichkeit nahm sie vermutlich nichts wahr. Nicht die Menschen, nicht die Geschäfte, nicht die Autos, die neben uns an den Ampeln standen. Völlig apathisch starrte sie ins Leere.
„Josie, wärst du an meiner Stelle mitgegangen? Mit ihm, zurück in die USA?“
„Ganz ehrlich? Nein, wäre ich nicht! Er ist ein Freiheitsmensch. Und ein Egoist dazu. Chris hat ihn gefragt, wegen der Anabolika.

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Gedichte auf den Leib geschrieben