Ela

Josie

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Er war nicht bereit, die Freiheit, das Training, nicht mal die Steroide für dich abzusetzen. Ihm war das alles wichtiger. Mit ihm hättest du keine dauerhafte Zukunft gehabt. Erinnerst du dich, was du mir gesagt hast? Das du langsam was Festes im Leben brauchst, dass es dir hier gefällt? Sieh nach vorn, nicht zurück. Wenn ich kann, helfe ich dir dabei so gut es eben geht.“

Ohne ein weiteres Wort nickte sie nur vor sich hin. Ihre Augen schlossen sich und ihr Kinn sank auf die Brust. In ihrem Kopf arbeitete es, was an den Falten auf der Stirn zu erkennen war, die sich bildeten und wieder verschwanden. Oder an ihren Augen, die sich unter den geschlossenen Lidern bewegten.
Dann hob sie den Kopf, öffnete die Augen, und schrie aus Leibeskräften. Markerschütternd schrill, dass es mir in den Ohren weh tat. Ihre Finger waren zur Faust geballt, krampfartig, bis die Nägel schneeweiß waren. Alles Blut war ihr in den Kopf geschossen. Knallrot im Gesicht, mit hervorgetretenen Halsschlagadern, befreite sie sich von dem Druck, der sie belastete.
Das Cabrioverdeck war offen und nur wenige Leute starrten uns kurz an, wenn überhaupt. Die meisten hoben nur müde den Kopf, um dann sofort wieder stumpf vor sich auf den Gehweg oder auf ihr Handy zu glotzen. Die wenigen, die interessiert schienen, erfassten schnell, dass hier niemandem Gewalt angetan wurde. Es hätte mich auch gewundert, wenn in dieser anonymen Stadt jemand wirklich Anteil daran genommen hätte. Schließlich ist eine schreiende Frau in einem Cabrio auch in Berlin nicht alltäglich.

Ich hatte in zweiter Reihe angehalten. Auch das war in Berlin durchaus etwas, was hier niemanden mehr wunderte. Shiva hatte aufgehört zu schreien, nachdem ich sie an den Schultern geschüttelt hatte.
„Das hat gutgetan Josie, musst du auch mal probieren! Es hat was Befreiendes. Jetzt geht es mir besser. Soll der Pisser doch bleiben, wo der Pfeffer wächst.

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Gedichte auf den Leib geschrieben