Nein, das Regal bog sich beinahe durch, denn da standen auch noch Men Only, Hustler und was der schauerlichen Dinge mehr sind. Men Only ging ja noch. Im Gegensatz zum prüden Playboy, die ohnehin bloß der redaktionell gut aufgearbeiteten Texte wegen gekauft wird, zeigte Men Only etwas mehr von den Frauen. Ziemlich viel mehr. Fröhliche Vulven in allen Farben, Variationen und Positionen. Hustler ging noch einen Schritt weiter und machte auch vor nackten menstruierenden Frauen nicht Halt. Was sowohl bei Klausi als auch bei Paolo eine gewisse Übelkeit verursachte. Also blieb das Faszinosum Men Only. Die meist behaarten Ritzen im Men Only, die sich signifikant von Eleonoras unschuldigem Schlitzchen von damals unterschieden.
Dann begab es sich, dass Paolo von seinem älteren Bruder instruiert wurde, wie man mit einem korrekt gebogenen Draht Schlösser aufbekommt. Etwa solche wie das, mit dem abends die Lamellenstore vom Tante-Emma-Kiosk verschlossen wurde. Mit einem Grinsen auf den Stockzähnen beobachtete Paolo, wie Mariagrazia, die nicht nur beliebte, sondern auch beleibte Kioskfrau, sich eines Abends bückte, ihren fetten Hintern in Richtung Straße hinausstreckte und ihren Kiosk abschloss. Wie sie es seit vierzig Jahren tat. Danach wartete Mariagrazia gut gelaunt auf den Bus, der sie in ihre bescheidene Zweizimmerwohnung am Stadtrand bringen würde.
Es wurde rasch dunkel, und später nahm auch der Verkehr auf der Hauptstraße ab, an den der Kiosk angrenzte. Klausi stand Wache. Paolo machte sich mit seinem zurechtgebogenen Draht an der Lamellenstore zu schaffen. Mit einem lauten Rattern sprang die Store hoch. Das Geräusch wurde vom röhrenden Motor einer Harley verschluckt, die genau in diesem Moment vorbeidonnerte. Dann musste es schnell gehen.
Eleonora und der Lichtkegel
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Eleonora und der Lichtkegel
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