Klausi und Paolo waren schon immer dicke Freunde gewesen. Die Freundschaft zwischen den beiden Jungs hatte so begonnen, dass der deutsche Klausi Paolo, den Italiener, zu seinem siebten Geburtstag einladen wollte. „Ich lad Dich zum Geburtstag ein, und Mama macht uns einen leckeren Kuchen.“ Paolo, der die deutsche Sprache noch nie gehört hatte, dachte, Klausi wolle ihn verarschen und hatte ihm mit aller Kraft eine runtergehauen. Worauf Klausi schreiend zu seiner Mama lief. „Der Junge hat mir eine gebatscht. Dabei wollte ich ihn doch nur zu meinem Geburtstag einladen.“ Dadurch, dass die Eltern eingeschaltet waren, konnte das Missverständnis rasch geklärt werden, und die beiden Jungs wurden, wie gesagt, dicke Freunde. Sie teilten alles, was es in diesem Alter zu teilen gibt, von bunten Metall-Autos über seltene Legosteine bis hin zu Eidechsenschwänzen, die von den lebendigen Tieren abfielen, wenn man nur lange genug mit dem Daumen auf die Schwanzspitze drückte.
Dann war da noch Eleonora. Das Mädchen war zwei Jahre älter als Klausi und Paolo. Zwischendurch durfte sie mitspielen, etwa wenn die beiden Freunde ein Radrennen im Hinterhof veranstalteten. Naturgemäss gewann allerdings immer Eleonora, ihrer Geschicklichkeit und ihrer langen Beine wegen.
Wenn es regnete, verkrochen sich die drei manchmal in einem der Treppenhäuser im Quartier, vorzugsweise beim Keller, denn da war es so schön dunkel, und man konnte mit der Taschenlampe in Comics blättern. Wer die Idee zum „Dottore“-Spiel hatte, lässt sich im Nachhinein nicht mehr eruieren. Tatsache ist aber, dass der Lichtkegel der Taschenlampe irgendwann einmal zwischen Eleonoras Beinen ruhte und sie mit hochgezogenem Rock und bis zu den Knien heruntergelassenen Unterhosen ihr Schlitzchen präsentierte.
Eleonora und der Lichtkegel
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Eleonora und der Lichtkegel
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