„Also erstens bist Du nicht auf der Welt, um die Erwartungen der anderen zu erfüllen. Das gilt besonders beim Sex. Und dann erwarte ich nichts von dir. Ich dachte nur, es ist eine Gelegenheit für einen Spaß extra. Es tut mir leid. Ich habe dich so eingeschätzt, weil Du so locker mit der Situation umgegangen bist wie Du reingekommen bist.“
Waltraud sah Bea an. „Ich bin nicht reingekommen. Du hast mich verhaftet wie eine Verbrecherin.“
„Stimmt,“ gab Bea zu, „aber ich wusste ja nicht, dass Du eine harmlose Kräuterhexe bist.“
„Ausgerechnet Du sagst mir, ich sei frei in meiner Entscheidung.“
„Meine Meinung,“ sagte Bea schlicht, erhob sich und klappte den Toilettendeckel hoch. „Wenn es dich nicht stört?“
„Nö, wenn’s Klein ist,“ stellte Waltraud fest.
„Nur strullen,“ beruhigte sie Bea.
„Ich staune schon, wie schnell wir so intim sind.“
„Das liegt daran, dass ich gründlich versaut bin.“ Bea lies es plätschern und nahm ein Blatt Toilettenpapier. „Du solltest dir deinen Umgang sorgfältiger aussuchen.“
„Wichtig ist doch jetzt, wie soll es weitergehen,“ fragte Waltraud.
Bea stand auf und sah besorgt in Waltrauds braune Augen. „Möchtest Du lieber nach Hause?“
„Nö, mitmachen wäre o. k., aber Ben will mich kaufen und damit habe ich nichts am Hut. Ich will dir keine Konkurrenz machen und ich will mich auch nicht seinem Geld unterwerfen, verstehst Du?“
Bea fummelte am Waschbecken herum, während sie murmelte. „Was Du nur denkst. Du bist keine Konkurrenz. Er wird mich bezahlen. Ich kenne ihn. Und er würde auch dich bezahlen.“
„Bea, wenn ein Typ Geld bietet, denke ich, dass er nicht wirklich an mir interessiert ist.“
Bea wiegte den Kopf: „Die Männer sind in der Beziehung nicht alle gleich. Für manche ist Geld nur Zahlungsmittel. Andere winken mit Scheinen und das ist für sie der Ausdruck höchster Anerkennung.
Eleonores Vermächtnis
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