Der tief atmende Ben hielt seine Lider geschlossen, während er heftiger stöhnte. Während Waltraud noch ratlos war, wie es jetzt weitergehen würde, versteifte er sich und wurde still. Kein Laut war mehr zu vernehmen.
„Mist,“ sagte die Blondine. Die Waffe war verschwunden: „Nicht rühren,“ knurrte sie, ging und erschien gleich darauf wieder mit einem kleinen Gerät, das sie dem Mann auf einen Finger steckte.
Bei ihrem damaligen Haustürgespräch hatte Ben eine dunkelblonde Schifferfräse gehabt, die sein Gesicht gemütlich gerahmt hätte, wäre nur sein langes Kinn nicht gewesen. Heute wirkte sein glatt rasiertes Antlitz schmal, abgekämpft, mit feinen Fältchen um die Augen.
Die Blonde legte den Kopf schief, um das Display des Geräts abzulesen. Waltraud ging zu ihr und die Blondine flüsterte ihr ins Ohr: „Dieser Oximeter misst Herzfrequenz und Blutsauerstoff. Besser, mal nachprüfen bei älteren Semestern.“ Sie lächelte Waltraud beruhigend zu. „Alles im grünen Bereich.“ Dann streckte sie ihr die Hand hin. „Ich bin Madame Planchét, aber Du kannst Bea zu mir sagen.“
Waltraud schlug ein, schwieg jedoch. Das Flüstern dieser Frau an ihrem Ohr hatte ihr ein Kribbeln im Bauch beschert. Zugleich war sie nicht überzeugt, dass es Ben gut ging, denn der Mann rührte sich nicht.
Bea stand sehr aufrecht neben der Liege und blickte zur Decke, als memoriere sie etwas, aber vielleicht wartete sie auch nur.
Waltraud presste skeptisch die Lippen zusammen, denn nur der Schweif des Mannes vibrierte jetzt, um ohne Vorwarnung eine Serie von Schüssen abzugeben, von denen einer Waltrauds linke Brust traf und einer ihren Bauch.
Bea atmete erleichtert auf. Sie nahm von einem Tischchen neben der Liege eine Papierserviette und sammelte ein, was Ben verschossen hatte.
Eleonores Vermächtnis
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