Elkes Fahrgast begibt sich direkt zu ihm, um einzuchecken, dann kehrt er zu Elke zurück. Die hat im Eingangsbereich auf ihn gewartet und auf einer Ledercouch Platz genommen. Ob sie wirklich weiß, was sie tut und worauf sie sich hier einlässt?
„Hören Sie, die Bars sind leider alle schon geschlossen“, sagt er, „aber es gibt eine Kaffeemaschine direkt bei mir auf dem Zimmer. Es würde mich also freuen und wäre mir eine Ehre, wenn Sie mich noch kurz begleiten würden. Ich verspreche auch, dass ich nicht beiße“. Nun muss die Blondine zum ersten Mal an diesem Abend lachen. Unsicher ist sie sich allerdings trotzdem. „Ich weiß nicht, ich sollte besser gehen. Das war ohnehin keine gute Idee“, murmelt sie. Aber der Mann lässt sich nicht beirren. „Kommen Sie, jeder Mensch braucht mal einen Freund und heute Nacht, bin ich gerne der Ihre“. Sie schüttelt den Kopf. Obwohl er ihr vollkommen unbekannt ist, schafft er es, sie in ihrem Herzen zu berühren. Er schenkt ihr Aufmerksamkeit, nimmt sich ihrer an und gibt ihr damit alles, was sie bei ihrem Ehemann schon so lange vermisst. „Ein Kaffee, nur ein Kaffee“, sagt sie verlegen und der Mann nickt. Wieder hat er dieses so anregende und freundliche Grinsen im Gesicht.
Es ist wirklich verrückt.
Während sie mit dem Fahrstuhl in den 4. Stock fahren, wechseln die beiden kein Wort miteinander. Aber Elke mustert ihren Gastgeber unauffällig. Er ist jung, gutaussehend, elegant gekleidet und leicht dunkelhäutig. Seine tiefblauen Augen funkeln und er hat ein äußerst mildes, aber sehr angenehmes Parfüm aufgelegt, dass sich nun im Fahrstuhl und auch in ihrer Nase zum ersten Mal bewusst ausbreitet. Was mag dieser Mann wohl von Beruf sein? Sie geht davon aus, dass er bei einer Bank oder in einem großen Unternehmen arbeitet. Sein Zimmer ist dafür allerdings zu klein. In Bezug auf den Komfort lässt es aber trotzdem keine Wünsche offen.
Elkes heiße Nacht
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