Elkes heiße Nacht

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Elkes heiße Nacht

Elkes heiße Nacht

Eros Poet

Es besteht aus einem winzigen Flur, einem großen Bad mit Dusche, einem riesigen Bett, Sofa und Sessel sowie Fernsehen, Telefon und einem langen, beleuchteten Spiegel an der Wand.

Elke setzt sich und sucht nach Worten. Wie soll sie diese Konversation nur beginnen? Was macht sie überhaupt hier? Sie fühlt sich überfordert. Also beginnt sie relativ schwerfällig und hilflos. „Wie heißen Sie, wie heißt du eigentlich und was machst du hier?“, fragt sie und der Mann, der sich bereits an der Kaffeemaschine für sie zu schaffen macht, dreht sich zu ihr um. „Ich bin Alex“, sagt er, „und ich bin beruflich hier. Ich arbeite im Bereich der Physik und habe morgen einen Termin an der Universität und du?“. Die Blondine schmunzelt. „Ich bin Elke, Taxifahrerin und eine verheiratete Frau in der schwersten Ehekrise ihres Lebens“. Alex reicht ihr den Kaffee. „Ich habe das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Mein Mann und ich leben im selben Haus und trotzdem trennen uns Welten voneinander. Es ist, als würde einen jeden von uns eine Mauer umgeben, sodass wir einander nicht mehr sehen können!“

Alex, der sich eine Cola genommen hat, hört ihr aufmerksam zu. Er hat, wie schon zuvor im Taxi, auch jetzt wieder Mitgefühl mit ihr. „Ich glaube und denke, als Frau nicht mehr attraktiv genug zu sein“, erzählt Elke offen und ehrlich weiter. „Ich kann tun, was ich will, aber mein Mann sieht mich gar nicht. Das macht mich fertig und bringt mich um den Verstand. Es ärgert mich und es macht mich wütend.“ Sie hat Tränen in den Augen. Alex reicht ihr daraufhin ein Taschentuch und streckt ihr liebevoll seine Hand entgegen. „Steh mal auf“, sagt er und die Blondine erhebt sich aus dem Sofa, auf dem sie zwischenzeitlich Platz genommen hat. Er führt sie vor den Spiegel. „Schau mal da. Sieh dich an und betrachte dich“, fordert er sie auf. „Mag sein, dass dein Mann blind geworden ist, die Welt da draußen ist nicht und ich bin es genauso wenig.

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