Tim war ein Netter gewesen. Der Sex mit ihm war phantastisch. In den fruchtbaren Tagen war sie lüstern und unersättlich und dann liebten sie sich durch die Wohnung in wilden Verrenkungen genauso wie auch in zeitlosem, zärtlichem Aneinanderkuscheln. Aber in den Tagen vor den Tagen war sie mehr als zickig und suchte Streit ohne Rücksicht auf Verluste. Und dann litt sie vor sich hin, bis sich das hormonell bedingt einrenkte - ein Wermutstropfen in einer Liebesbeziehung, die auch eine ungebrochene intime Bejahung braucht. Tim wurde nicht mal bockig, er war ob unverdienter Anfeindungen nur enttäuscht und zog sich dann in sich zurück. Er brauchte einige Zeit, um wieder aufzutauen und dem mit der Phase des Mondes heraufziehenden neuen Frieden zu trauen. Von Freundinnen wusste sie, dass die ihren Männern bei Unpässlichkeit halt eine vollendete Fellatio angedeihen ließen oder eben anal angesagt war. Emma aber war in diesen Tagen so mies drauf, dass sie bestenfalls gelegentlich etwas Schmusen mit auf den Bauch spritzen zulassen konnte.
Dennoch ertrug Tim ihre Lauen tapfer. Was sie entzweite, war widersinnig: Tim meinte es ernst. Er wollte für immer mit ihr zusammen sein. Aber eben nicht ewig durch die Kneipen ziehen, zwischen Fitnesstudio und Spa wechseln und ansonsten endlos pubertieren. Er wollte heiraten, Kinder und ein Haus. Klassisch, schön, spießig? Emma war unentschlossen und letztlich jagte ihr diese Ernsthaftigkeit Angst ein. Eine Zeit lang hatte es noch funktioniert, ihn zu vertrösten, jegliche Verbindlichkeit hinauszuschieben, dann war es Zeit, ihn wegzuschicken. Er war schwer getroffen, doch hatte er es geahnt.
Jetzt war er weg und sie vermisste ihn. Denn die Männer, die sie nun hofierten, hatten ein wenig zu viel von dieser Unverbindlichkeit und dem jungenhaften ewig so weiterleben.
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