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Der sogenannte „Ernst des Lebens“ ging bereits am nächsten Tag, ein Montag, für alle Anderssons wieder an. Natürlich hießen die Kinder noch immer Riedl. Reine bürokratische Formsache, die erst nach Ablauf eines Jahres mit der endgültigen Adoption korrigiert werden kann.
Leon musste in den Kindergarten, Clara zur Vorschule, Martin in die Firma und unsere Pilotin war auf einen Flug nach L. A. gebucht. Allerdings hatte Olivia ihrem Mann angekündigt, vor der Fahrt zum Airport bei ihm im Büro aufzukreuzen. Und so war es dann auch. Kurz vor 09:00 Uhr fuhr sie, bereits in Uniform, mit ihrem Cabrio in der Firma vor.
„Guten Morgen Frau Andersson,“ wurde sie von zwei Männern im Betriebshof begrüßt. Natürlich erwiderte die Pilotin den Gruß. Die beiden Männer staunten nicht schlecht, als der Fuhrparkleiter, der gerade aus dem Verwaltungsbau herauskam, die Frau des Chefs und zugleich Geschäftsführerin mit „Moin Olivia! Du siehst heute wieder phantastisch aus!“, ansprach. Franz Seibold grinste über das ganze Gesicht und rief den Männern zu: „Ist unsere Chefin nicht klasse?“
Hier in der Firma war sie nicht mit vielen Leuten „per Du“, stellte Liv selbst fest, nachdem sie Franz ganz kurz an sich drückte und er ihr dann die Eingangstüre aufhielt.
„Guten Morgen Frau Andersson!“ Heike Gerber schaute ihre Chefin immer ganz ehrfurchtsvoll an, wenn sie in Uniform auftauchte.
„Guten Morgen…“ Olivia blieb stehen und fragte: „Wollen wir uns nicht endlich auf ein „Du“ einigen?“
„Ja, gerne!“, beeilte sich Frau Gerber zu sagen. „Heike!“
„Olivia! Aber das weißt Du ja schon…!“ Die Frauen umarmten sich kurz. „Es freut mich…ist er da?“
Heike nickte.
„Wir wollen nicht gestört werden! Unter keinen Umständen, Du verstehst?“ Und wie Heike verstand. Sie hatte ja selbst schon das Eigentümerehepaar des Betriebes beim Oralsex erwischt und war sich nach Olivias Körpersprache sicher, dass gleich etwas ähnliches stattfinden würde.
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