All das hat ihn schon an seine Grenzen gebracht, als alles noch optimal lief, doch nach der Diagnose jetzt, braucht er seine Kraft auch für sich.
Die bei erweiterten Untersuchungen festgestellten Probleme können nur operativ beseitigt werden und es wurde Hannes gleich gesagt, die Genesung kann sich ziehen. Außerdem könnte es auch Komplikationen geben. Diese Informationen haben Hannes nachdenklich gemacht. Sie haben ihn zu dem Entschluss bewegt, das Verhältnis mit Carmen zu beenden, aber er will ihr auch seine Sorgen nicht aufbürden, weil sie selbst genug davon hat.
Genau deshalb lässt er sich nichts weiter entlocken, auch wenn ihn das schlechte Gewissen sehr plagt.
Sehr lange sitzen sie nicht mehr zusammen, weil sich Hannes mit jeder Minute unwohler fühlt. Als er das Haus verlässt und sich von Carmen verabschiedet, wird er sich beinahe untreu.
Traurige Augen blicken Hannes an und Carmen wünscht sich einen Abschiedskuss. Der fällt dann so leidenschaftlich aus, dass Hannes, vor Scham im Boden versinken möchte.
Mit einem Ruck löst sich Carmen und verschwindet im Haus. Die Tür schlägt zu und Hannes meint ein Schluchzen zu hören. Seine Hand nähert sich dem Klingelknopf, weil ein Teil von ihm die verletzte Frau in den Arm nehmen möchte. Der Verstand hält dagegen und gewinnt.
Fast ein Jahr ist seither vergangen. Hannes hatte mit seiner Genesung zu kämpfen. Es gab einige depressive Zeiten, in denen er mit seinem Schicksal haderte. Manchmal war er dann froh, dass er Carmen aus seinem Leben verbannt hatte, weil er sich sagte, dass ihm die Kraft gefehlt hätte, so für sie da zu sein, wie es nötig gewesen wäre.
Doch es gab auch andere Zeiten, Stunden, in denen er sich nach Carmen sehnte. Bedrückende Tage, in denen er sich schämte, sie so im ungewissen gelassen zu haben. Momente, die ihn an glückliche Stunden erinnerten, die nun unwiederbringlich verloren scheinen.
Ende und Anfang
Hausfreund oder mehr – Teil 5
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