Endspurt

Chef mailt nach Feierabend - Teil 3

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Otto Eric Riess

Was bisher geschah: Dörte ist devot und hat eine Nachricht von Olav bekommen, ihrem Lebensgefährten, den sie “Chef” nennt. Er hat sie für den Abend in sein Büro bestellt mit der Auflage, nur Mantel und High Heels zu tragen. Dörte überwindet ihre Skrupel, gehorcht und erreicht nach einigen Aufregungen Olavs Arbeitsplatz. Während Olav Dörte nackt in seinem Büro warten lässt, wird sie gewahr, dass sie von draußen gesehen werden könnte, ohne selbst erkennen zu können, was sich vor den Fenstern abspielt. Olav lenkt sie durch erste sexuelle Handlungen von ihren Sorgen ab. Auf Geheiß von Olav stimulieren sich beide fast bis zum Höhepunkt.

„Ja, Chef, entschuldige bitte.“
„Ich habe bei unserem Edel-Italiener einen Tisch bestellt. Einwände?“
Dörte zögert, weil sie nach Worten sucht, um eine Antwort zu geben, die ihn nicht provoziert. „Ich habe nur den Mantel mitgenommen, sonst nichts, genau wie Du es angeordnet hast“, entgegnet sie schließlich.
„Ja, und?“
Dörte blickt Olav entgeistert an. Warum versteht er sie nicht? Gereizt von seinem Mangel an Einfühlungsvermögen ignoriert sie ihre Rolle und erhebt ihre Stimme, als sie ihn auffordert: „Sieh mich an! Ich bin nackt!“
Trotz ihres Ausbruchs zeigt Olav keine Reaktion. Ungerührt steht er vor ihr und schweigt.
Mit wachsender Verzweiflung fährt Dörte fort: „Ob ich mir den Mantel überziehe oder nicht: So kann ich in kein Restaurant gehen und erst recht nicht in ein Lokal, wo man mich kennt. Das musst Du doch einsehen.“
Olav lässt Dörte den Satz noch beenden. Dann packt er ihre Oberarme und rüttelt an ihr, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. „Was redest Du da? Du hörst mir nicht zu. Habe ich von Dir verlangt, dass Du nackt in ein Restaurant gehen sollst?“
Verständnislos schüttelt Dörte den Kopf. Ihr ist vollkommen rätselhaft, warum Olav ihre missliche Lage nicht begreift. „Nicht ausdrücklich, aber…“ Ehe sie weitersprechen kann, fällt Olav ihr ins Wort.
„Aber, aber, aber…“ Olav schaut ungläubig. „Was ist mit Dir los? So kenne ich Dich gar nicht.“ In seinem Tonfall mischen sich Empörung und Mitgefühl. Er löst seinen Griff um ihre Arme und streicht ihr zärtlich über die Wange, bevor er leise und ohne jede Strenge fortfährt. „Vertraust du mir nicht? Habe ich von Dir jemals etwas verlangt, was Dich überfordert hat oder Dir schlecht bekommen ist?“
Dörte registriert Olavs freundliche Geste dankbar. Doch vergrößert sie noch ihre Schuldgefühle. Gern würde sie ihm so vertrauen, wie er es von ihr erwartet. Aber es gelingt ihr nicht.
„Nein, bisher nicht“, antwortet sie kleinlaut.

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