Enten

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Frank Brückner

Eigentlich wollte ich nur meine Tageszeitung lesen, am Ufer eines panzerlackgrünen Tiergartenteiches. Einfach nur dasitzen, mein Arbeitslosengeld still und bescheiden mit einer Tasse Thermoskannenkaffees und dem Feuilleton zersitzen. Ich begann mich in eine Kinokritik zu vertiefen, als ich bemerkte, daß sich jemand neben mich setzte. Es war eine Frau mittleren Alters mit wunderschönem Mund. Der Rock ihres rosa Kostüms raschelte elektrisch als sie sich setzte.
Nachdem ich mich dabei ertappt hatte, schon zum fünften Mal den ersten Satz der Kinokritik zu lesen, besann ich mich, atmete tief durch und blinzelte durch die Sonnenreflexionen auf ein schwimmendes Entenpaar. Eine Weile verging. Farblose Jogger rannten ungelenk in ihrer Wolke aus Büroschweiß vorüber. Ein schwules Liebespaar stolperte über Wurzelwerk. Die Sonne meinte es gut mit uns allen. Da bemerkte ich ihren Blick. Ruhig. Warm. Direkt in mein Herz. Jedenfalls kam es mir so vor. Ich schaute sprachlos zurück und die Zeitung glitt mir sachte aus der Hand.
Wir sahen uns nur an, die Frau, die gut und gerne zwanzig Jahre älter sein mochte als ich, mit ihrem unglaublichen Mund, und ich. Dann, langsam, aber unaufhaltsam, sanken wir einander zu. Ich roch ihr Haar und das Wasser des Teichs. Wir küssten uns. Kurz. Oberflächlich. Was für Lippen. Ich strich mit meiner Nase über ihren Hals. Feine, elegante Goldkette. Entengeschnatter. Mit einer Hand hielt sie meinen Hinterkopf, während sie mich auf den Hals küsste, mit der anderen öffnete sie die Knöpfe meiner Hose. Ich zuckte überrascht, doch ihre Hand hieß mich mit sanftem Nachdruck ruhig bleiben. Dann holte sie meinen schnell erigierten Schwanz heraus und ließ ihren Mund ihn vollkommen überstülpen, ihn bis zum Ansatz schlucken. Sie zog sich wieder zurück, wartete bis eine junge, sauber nach Waschmittel riechende Familie vorbeigegangen war, hielt mich mit meiner Zeitung bedeckt, dann spielte ihre Zunge mit meiner Eichel- sofort schwoll ich wieder an- und verschluckte erneut meinen Schwanz. Sie begann mich rhythmisch zu lutschen. Ich explodierte förmlich, als ich kam. Am Ufer stand ein Großmütterlein und fütterte die Enten. Die Frau ließ mich los, stand auf und lächelte mich zum ersten Mal an. Ich bemerkte, daß sie keine Zähne hatte. Bevor ich etwas sagen konnte drehte sie sich um und verschwand im Grün des Parks. Ich konnte unmöglich aufstehen- mein Schwanz war noch steif.
Viel später, zu Hause, kochte ich mir eine chinesische Tütensuppe mit Entengeschmack. Während des Essens nahm ich die Lektüre meiner Zeitung wieder auf. Die Kritik deckte sich übrigens mit meiner Meinung zum Film: Viel Blut, viel Fleisch, aber trotzdem langweilig und- unverzeihlich: Schlechte Musik!

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