Entscheidungen

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Yupag Chinasky

Doch meistens kommt bei den Kandidaten rasch die Ernüchterung, denn wer will schon eine Frau heiraten, die sich an jeden verkauft, die schon die Blüte ihres Lebens fast überschritten hat und zudem eine teure Tochter hat, die mitversorgt werden müsste. Das sind alles Faktoren, die für eine dauerhafte Beziehung zu einem Ausländer, geschweige denn zu einem Landsmann, nicht förderlich sind und so schwindet die Hoffnung, doch noch jemanden zu ergattern jedes Jahr mehr und mehr, ist aber immer noch nicht ganz aufgegeben. Yoani wird nicht jünger und nicht schöner und sie muss immer mehr um ihre Kundschaft kämpfen, jeden Tag, jede Nacht, jede Stunde. Die Konkurrenz ist große, sie schläft nicht, nur mit den Kunden, es sind junge, attraktive Mädchen, die sich auf den Markt drängen und das zu Dumpingpreisen. Yoani ist kein schlechter Mensch, ganz bestimmt nicht, auch wenn sie Dinge machen muss, die das Missfallen der sogenannten Anständigen erregt. Yoani verdient mit ehrlicher Arbeit ihr Geld, sie ist auch ehrlich und sie würde nie auf die Idee kommen, einen Kunden zu beklauen, selbst wenn die Geldbörse offen herumliegen würde, außer wenn es doch notwendig ist.
Nun zu Angela, dem zarten Elfenmädchen mit den traurigen Augen. Die rühren daher, dass ihr brutaler Freund sie nach Strich und Faden betrügt. Sie ist viel jünger als Yoani, könnte somit eine dieser gefährlichen Konkurrentinnen sein, die Yoani fürchtet. Sie ist nicht nur jünger, sondern auch deutlich hübscher. Ein richtig süßer Käfer, ein Mädchen zum Verlieben, keine alternde Nutte. Doch Angela sieht zwar aus wie ein Engel, ist aber keiner. Sie will ebenfalls auf einen grünen Zweig kommen, sie träumt davon, möglichst auch einen Ausländer mit viel Geld zu heiraten oder sich zumindest von einem Geliebten dauerhaft unterstützen zu lassen.

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