Entscheidungen

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Yupag Chinasky

Aus diesem Typ würde er keine weiteren Informationen herausbekommen, nicht einmal die Adresse von dieser Yoani, um sie zur Rede zu stellen und um das Geld wiederzubekommen. Wütend trank er sein Bier aus und ging hinaus ins Freie, in den Regen, der wieder eingesetzt hatte. Auf diese Yoani konnte er nicht warten, weil es sie angeblich gar nicht gab, weil sie, wenn es sie doch gab, sicher nicht kommen würde, um ihm nicht über den Weg zu laufen und seinen Fragen ausgesetzt zu sein.

Blieb ihm nur das Mädchen, dessen traurige Augen und dessen großer Busen sich in sein Gedächtnis eingeprägt hatten. Gab es die denn wenigstens oder hatte er sich ihre Begegnung auch nur eingebildet? Nicht eingebildet hatte er sich aber die überlaute Diskothek an der Plaza San Firmin. Dort war er am gestrigen Abend gewesen und heute um die Mittagszeit, im strömenden Regen, als sie geschlossen und alles ruhig war bis auf das unaufhörliche Rauschen des Regens. Eigentlich hatte er sich vorgenommen, nicht noch einmal hinzugehen, nicht weiter seine Zeit mit diesen unberechenbaren Weibern zu vertrödeln, aber der Entschluss hatte nicht lange vorgehalten, und so war er jetzt auf dem Weg zu der Disko, getragen von einer unbestimmten Hoffnung und einem sehr bestimmten Verlangen.
Aber es war noch zu früh. Um diese Zeit war sie geschlossen, aber er war fest entschlossen, etwas über das Mädchen zu erfahren. Er klopfte an die Tür, hämmerte dann mit seiner Faust dagegen und nach einer Weile machte eine ältere Frau sie tatsächlich auf. Was er wolle, er sehe doch, dass hier noch nichts los sei, erst am Abend sei Betrieb. Ohne Umschweife brachte er sein Anliegen vor, beschrieb das junge Mädchen so gut er konnte und fragte, ob die Frau sie vielleicht zufällig kennen würde. Und wie es der Zufall wollte, es gibt im Leben tatsächlich manchmal unwahrscheinliche Zufälle, kannte die Frau das Mädchen.

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