Statt zu reden, schlug er ihm mit der Faust ins Gesicht. Es war ein heftiger Schlag, der ihn auf seinen Stuhl zurückwarf. Dann kam noch eine Kaskade von Schimpfworten aus dem geifernden Mund dieses Bastards, der genau so gefährlich war, wie die Frau in der Disko es vorausgesagt hatte. Schließlich packte er den Eindringling am Arm, zerrte ihn zur Haustür und warf ihn mit einem solchen Schwung auf die regennasse Straße, dass er zu Boden stürzte. Die Haustür wurde zugeknallt und während der Geschlagene sich mühsam erhob und den Matsch notdürftig aus seinen Kleidern entfernte, hörte er, wie der Schläger sich nun seine „Freundin“ vornahm und sie beschimpfte, vielleicht sogar schlug, denn ihre Stimme klang genauso laut und verzweifelt, wie am Abend zuvor in der Disko.
Die zweite Entscheidung
Einen kurzen Moment überlegte er, zurück in das Haus zu gehen und das Mädchen zu retten oder zu beschützen oder zu trösten, aber er ließ es bleiben, weil er Angst hatte. Einen weiteren Schlag wollte er nicht riskieren, denn gegen diesen Schläger hätte er sowieso nichts ausrichten können. Er war schneller und stärker und wahrscheinlich Schlägereien gewohnt, im Gegensatz zu ihm, der noch nie in seinem Leben, von der frühen Schulzeit vielleicht einmal abgesehen, in eine Schlägerei verwickelt war. Er hätte sich bestimmt ganz dämlich angestellt, gar nicht gewusst, wie man angreifen muss und auch nicht, wie man sich effizient wehren könnte. Deshalb machte er sich fluchend und auf Rache sinnend auf den Weg zurück ins Hotel. Er war restlos bedient. Auf diese Art von Abenteuer hätte er liebend gern verzichtet. In seinem Zimmer angekommen, schaute er als Erstes in den Spiegel über dem Waschbecken. Sein linkes Jochbein war geschwollen, ein kleiner Bluterguss hatte sich ausgebreitet, das Auge selbst war leicht geschwollen, ein typisches Veilchen, nichts Schlimmes, aber deutlich sichtbar.
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