Sie lagen schon kurz darauf im Bett, nackt nebeneinander und erholten sich von dem heftigen Liebesakt, den sie mit aller Leidenschaft und aller noch verbliebenen Kraft, vollzogen hatten, zwei Menschen, die kurz vor dem Ertrinken waren und das rettende Boot gerade noch zu fassen bekommen. In diesem Akt hatten sie wenig Zärtlichkeit ausgetauscht, es dominierten die Sehnsucht, die Gier, bei ihm auch so etwas wie eine Torschlusspanik, dann noch die tiefe Befriedigung. Sie hatte sich förmlich die Kleider vom Leib gerissen, hatten sich gegenseitig voller Ungeduld stimuliert. Er wollte rechtzeitig kommen, sie drängte ihn, rasch einzudringen. Sie stöhnten, bewegten ihre Körper im Takt und schon nach kurzer Zeit erreichten beide einen wunderbaren Orgasmus. Auf seine Bemerkung noch in der Bar, bevor sie auf dem Zimmer waren, er habe kaum noch genug Geld, um ihr ein angemessenes Geschenk zu machen, sagte sie nur, darüber könne man später reden.
Auch über alles andere könne man später reden, stellte Yoani kategorisch fest und drängte ihn, sein Bier auszutrinken und mit ihr auf sein Zimmer zu gehen. Er war über ihre Ungeduld ganz froh, denn auch er wollte erst handeln und dann reden. Worte spielten dann auch keine Rolle mehr und nur noch der Instinkt und die Lust und die Trauer und der Schmerz beherrschten sie. Trauer, weil der Meinung waren, sie hätten sich schon viel früher treffen sollen, Schmerz, weil nur noch kurze Zeit für sie blieb. Als sie schließlich wieder entspannt nebeneinanderlagen, erzählte er von den schlechten Tagen in diesem Land, von seinen Enttäuschungen und Hoffnungen und von seiner Sehnsucht nach einer Frau, die bisher noch auf keine Weise befriedigt worden war. Die Geschichte, wie er sich das blaue Auge eingehandelt hatte, seine schon fast abartige Lust auf dieses junge Mädchen, die Rolle ihres brutalen Freunds und die finale Schlägerei erwähne er aber nur sehr allgemein.
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