Erdbeerkuss - Teil 4

Der Windpoet

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Erdbeerkuss - Teil 4

Erdbeerkuss - Teil 4

Madam Lasterhaft

Manfreds Blick starrte leer in die dunklen, grünen Facetten des ungeschmückten Adventskranzes. Er spielte mit dem spitzen Dorn einer der vier leeren Kerzenhalter aus Schaumgold. Ganz schön turbulent war nicht nur die nächtliche Grünzeug-Klau-Aktion gewesen, in der er mit seinem Seitenschneider unromantisch ein paar Zweige vom Südpark in einer übergroßen blauen Kunststofftasche eines bekannten schwedischen Möbelherstellers mitgehen hatte lassen. Sonst war er doch mehr auf seine Kommilitoninnen und deren Eigenheiten spezialisiert statt sich mit dem widerborstigen Grünzeug, was ihn unschön pikste, auseinanderzusetzen. Manfred war kein guter Verlierer. Zu nachtragend. Zu mittellos. Die letzte Person, die zumindest noch um ihre Ehre mit ihm wettete war Marina. Sie traute ihm nicht einmal zu diese Challenge zu meistern. Oder vielleicht doch? Er wollte sich beweisen. So einen lächerlichen Kranz sollte man doch für lau bewerkstelligen können.

Er ging in die Kälte, um nach klaren Gedanken zu suchen. Mit im Schal vergrabenen Kinn näherte er sich dem Areal der Kirche. Mit zügigen Schritten umging er die zahlreichen Schlaglöcher, die sich mit Eis gefüllt hatten. Er wärmte sich mit eingezogenen Schultern in einer nicht gepolsterten Bankreihe der beheizten Gebets- und Andachtsstätte auf. Kalter Weihrauchduft lag in der Luft. Mit schlürfenden Schritten schritt er das Langhaus zum Chorjoch hin ab. Vor ihm leuchteten golden die Gebetslichter. Er folgte den kleinen Lichtern. Zuversicht. Hoffnung. Nachdenklich und gleichzeitig doch zugegeben etwas ertappt ließ er die schwere Kirchentür später hinter sich zufallen. Die Kirche hatte auf elektrische Opferlichter umgestellt! Es waren keine restlichen Kerzen mehr in einer Schachtel neben dem Ständer vorzufinden. Nichts zeugte mehr von deren Existenz. Als hätte der Pfarrer gottbefohlen höchstpersönlich Manfreds Gedanken erahnt und dem einen kirchlichen Riegel vorgeschoben, dass er diese für den heimischen Adventskranz zweckentfremden wollte. Als ehemaliger jahrelanger Kirchensteuerzahler hatte er sich zumindest ein kleines Zugeständnis der Kirche in Form von einer Packung gratis Kerzen gewünscht. Das ganze Brimborium war schließlich mitunter in deren Interesse. Was solls, es wird sich etwas anderes auftun. Zeit, um wieder in die WG zu gehen. Zurück ins Erwachsenenleben.

Als er in die Wohnküche kam ihm Marinas Brille ins Blickfeld. Ihre Brille war ein echtes Statement Piece und schien ihn in ihrem gepunkteten Tortoise Look wenn auch verkehrt herum liegend in leerer Strenge von der Fensterbank aus anzustarren. Mit seinen Fingern klappte er die glatten Kunststoffbügel auseinander und mimte die mit spitzem Mund die leicht genervte Mimik seiner Mitbewohnerin, der so einfach nichts zur Gänze recht zu machen war und die dies ganz unverblümt zur Geltung und Aussprache brachte. Gerade als er dabei war seine Hände eindrucksvoll aus der Verschränkung nach oben zu bewegen und die für Marina wegwerfende Bewegung zu machen, kam ihm ein Einfall bevor er die Gestik zur Spitze trieb und an seinen Haaren zwirbeln würde, wollte er seinen Plan voranbringen. Er sammelte die verknüllten Papierkügelchen seiner Schokoriegel ein, faltete sie sorgsam auseinander und umwickelte ein paar Würfel seiner Spielesammlung damit. Schnell mit Heißkleber fixieren, fertig. Minimalistischer Kubus Stil. Perfekt. Einzigartig. Die vier bereitgelegten Teelichter aus dem Hunderterbeutel waren ihm dann doch zu leblos fließbandartig traurig, um ihren Platz auf dem Kranz zu finden. Die Kerzen sollten wenigstens die Chance haben ungleichmäßig die nächsten vier Wochen herunterbrennen zu können und nicht in ihrem eigenen Wachs im Aluschälchen vor sich hinzubrennen, wie ein Hühnchen im eigenen Sud. Wenn die zig Hausarbeiten durch sind, würde er den Spieß umdrehen und sich eine nette Challenge für Marina überlegen um ihr im optimalen Fall bei der mühevollen Bewältigung zuzusehen und das Endergebnis zu beurteilen.

Die Stellung des großen und kleinen Zeigers drängte sich unerwünscht in seine Augen. Mit lustlos routinierter Art legte er sein Headset um seine Ohren und rückte das Mikro zurecht. Die unspektakulären Spiele konnten beginnen. „Promo-Play Versicherungen. Wir sichern Ihr Gewinnspiel ab. Guten Tag, sie sind mit Manfred Spetzer verbunden. Was kann ich für Sie tun?“, begrüßte er die Anruferin freundlich. „Das ist kein Problem, wir können den gläsernen Safe wieder von der Messe abholen lassen. In welchem Zeitfenster ist der Stand zugänglich? Gut, dann beauftrage ich den Spediteur. Wir senden Ihnen die Rechnung an die im System hinterlegte Anschrift. Haben Sie noch weitere Anliegen? Wir bieten gute Konditionen für die nachfolgende durch uns abgesicherte Promotion Aktionen Zur Zeit erfreuen sich die Absicherungen der Rücklaufabsicherungen hoher Beliebtheit. Gerade nach den vergangenen Black Friday Aktionen braucht es strategisch gut durchdachte Kaufanreize.“, brachte er das Telefonat erfolgreich dem möglichen Beginn eines neuen Auftrages zu. Manfred musterte die vielen Sprenkel auf Marinas Brillenfassung. Lila. Schwarz. Senfgelb. Transparent. Wie für sie gemacht erschien sie ihm. Wenn sie auf ihrem schmalen Nasenrücken saß. Die freche, gepiercte Stupsnase spiegelte genau die Stärke wider mit der sie im Leben stand. Er hörte den Wohnungsschlüssel im Schloss und legte die Brille schnell wieder an den ursprünglichen Platz. „Tee?“, fragte er sie als sie in die Küche schaute. „Ja!“, erwiderte Marina, während sie ihre Jacke auf den Kunstlederbezogenen Nietenkleiderbügel hängte.

Manfred drehte seinen breiten Rücken Marina zu, goss das kochende Wasser in ihre Tasse. Dabei waberten die Kalkstückchen des Wasserkochers wie Schneeflocken einer Schneekugel nach oben. So fing keine gute Unterhaltung an. Die Zeit drängte, sonst fiel auf, dass etwas mit dem Tee nicht stimmte. Marina setzte ihren Po auf den von ihm vorgewärmten Stuhl. „Wie geht’s?“, fragte er möglichst unverfänglich. „Gut gut. Ah ich sehe du arbeitest an deinem Projekt.“, sagte sie während sie mit einem Finger spitz an dem Kranz entlangfühlte. Manfreds Magengegend rebellierte vor Verlegenheit. „Moment, ich bring dir deinen Tee dir ins Zimmer.“, erwiderte er und tippte an das Headset. Der nächste Anrufer wartete bereits.

Marina knetete die Fußsohlen im Schneidersitz. Wenn sie Manfred durch den Türspalt betrachtete, wie er sich die Finger an das Mikro in seiner Ohrmuschel hielt musste sie daran denken, wie unangenehm das möglicherweise rascheln könnte. Sie fragte sich, ob er einer der wenigen Männer war, die Frauen nicht aufs Ohr schmatzten, sondern mit feinen Fingerstrichen und zarten Lippen die Wallung an Halsbeuge und Ohrenbereich in die Höhe trieben. Neckisch bissen, wenn es geboten war und die Lust aufloderte. Irgendein besonderes verborgenes Talent schien er zu haben so oft, wie er eine nach der anderen an Land zog. Diesem flatterhaften Windpoeten schien noch keine genauer auf den Grund gegangen zu sein. Oder war gerade darin die natürliche Folge zu sehen, dass er dauernd Single war? So gesehen hatte sie die einmalige Gelegenheit hinter die Fassade blicken zu können. Die kleinen Neckereien und Wetten brachten ihn ein Stück weit wieder in die richtige Richtung. Irgendwann war auch für Manfred die Zeit gekommen Fuß zu fassen. Marina spielte ein wenig mit ihm, wie die Katze, die ihre Beute noch betrachtet bevor sie sich entscheidet sie nur zum Vergnügen auszumerzen oder sich an ihr zu erlaben.

Mit halber Aufmerksamkeit folgte Manfred den Inhalten seines Anrufers. Sein inneres Auge spielte eine eigene Story. Eine in derer Marina in diesem Augenblick hinter seinem Rücken gegenüber in ihrem Zimmer lag. Die schlanken Fesseln ihrer Beine waren gekreuzt und spielten miteinander. Der knappe Rock war nach oben gerutscht und ließ die Ansätze ihrer zarten Pobacken erkennen. Mit großer Sicherheit waren ihre Schamlippen genauso samtig und zart, wie sie den Anschein machten. Blank angreifbar. Auf ihre Ellenbogen aufgestützt studierte sie ein Buch. Manfred legte sich zu ihr. Lächelte sie an. Wischte sich dabei ein paar Strähnen aus ihren Augen. Legte dann eine Hand wohl ruhend auf ihre Oberschenkelrückseite. Betrachtete den hart schlagenden Puls an ihrer bebenden Halsschlagader. Begann sie sachte zu streicheln. Die Schlüsselbeine, fuhr die winzigen Punkte ihrer Haut nach über die Wirbelsäule nach unten. Strich den Rock erst ein Stück weit, dann ganz nach oben. Marina ließ es gerne geschehen. Spielte an seinem Hals, genoss wie sich die Feuchte in ihre Spalte sammelte. Ihre Knospen waren hart und spitz unter ihrem kohlrabenschwarzen Top eingezwängt. Mit einem geschickten Fingerstreich war der Haken des Rockes gelöst und Marina von diesem befreit. Genauso ging Manfred mit den zarten Trägern des Tops vor. Ihr süßer Bauchnabel beherbergte auch einen kleinen Glitzerstein. Ihre Scham war blank und jugendlich. Manfreds Finger konnten nicht mehr auf den Hüftknochen weiter untätig herumliegen. Er übermannte seine schöne Mitbewohnerin. Griff ihre Hände und drückte sie ins weiche Laken. Nichts hinderte seine Augen mehr daran sich an dem wunderschönen Anblick seiner Marina zu weiden. Marinas helle Haut wurde mit Küssen übersäht. Manfreds Mittelfinger lockte zart das Pfläumchen und strich sachte vor und zurück, während seine Hand sich schützend um ihre Muschi zwischen ihre Beine gelegt hatte. Dann ließ er sie frei, sie nutzte die Gunst der Stunde und legte ihre Labien auseinander, um ihm ihre Glitzerperle ungehindert zu präsentieren. Ihr zartes rosa Fleisch glänzte ihn unschuldig und zugleich tief sündig an. Marina schmeckte wunderbar. Seine ganze Mannespracht verschlang sich danach in sie einzudringen.

Wie vom Blitz durchzuckt fühlte Manfred sich ertappt als die warme Schwere von Marinas Brüsten sich über ihn beugte und seine Schulter streifte. Er ließ sie gewähren. Sie griff augenzwinkernd nach dem kalt gewordenen Tee und angelte sich ihre Brille. „Hast du mich vergessen?“ formten ihre Lippen als sie ohne ihn aus den Augen zu lassen das Zimmer verließ.

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