Erdbeerkuss - Teil 6

Saftpresse

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Erdbeerkuss - Teil 6

Erdbeerkuss - Teil 6

Madam Lasterhaft

Helles Morgenlicht legte sich auf Marinas geöffnete Schmuckdose. Die kleinen Steinchen der Piercings strahlten glasklar zwischen den aufgeklappten Türchen. Draußen spitzte durch die Blätterkronen der Baumallee etwas Sonnenlicht hindurch und war als helles, leicht wogendes Schattenbild am Boden zu sehen. Schmatzend wurden ein paar Tropfen durch die Gegend gewirbelt als sie vom pechschwarzen Radweg durch die Gummireifen nach oben befördert wurden und auf so manchem behosten oder bestrumpften Schienbein von Passanten oder dem unteren Rücken der schutzblechlosen Radler und Radlerinnen landete. Die Luft war trotz des kaum vergangenen Schauers angenehm wie Seide.

Marina fühlte sich zwar struppig und zerzaust wie eine Fledermaus, aber gut. Bis ins letzte Stübchen angenehm sexuell befriedigt. Auf den Grund hin ausgeleuchtet und erobert. Sie dehnte ihre Flanken und genoss den Platz zwischen ihren Rippen als sie sich zur Seite beugte. Mit quietschenden Scharnieren öffnete sie das Fenster auf der Schlafzimmerseite in Richtung Straße. Ein paar Laubbläser röhrten dumpf in einiger Entfernung, um das Laub von den Wegen zu pusten. Zum Glück weit genug entfernt um die Nuancen von Benzin in der Luft wahrzunehmen. Eine Radlerin hielt etwas Großes, Rundes unter ihrem Arm. Bei näherem Hinsehen erkannte Marina statt eines zuerst vermuteten glatten Käselaibes ein samtenes Yogakissen. Sie musste darüber lächeln wie sie den Käselaib zuerst mit der Fracht assoziiert hatte, als würde Frau Antje höchstpersönlich als Werbebotschafterin durch den Spessart radeln.

Marina machte sich einen Tee und blickte in den Innenhof. Durch die geschlossenen Augenlider spulte sich in Marinas Kopf ein erotischer Film ab. Der Streifen der gestrigen Nacht. Sie wähnte sich zwischen hitzigen Leibern. Fühlte Hüften, Hände und Blicke. Traf auf eine Wand aus tiefen Dekolletés, nackten Oberkörpern, prallen runden Massen von Leibern, dünnen, hautbespannten Knochen und allem was dazwischenlag. Der wohlige Duft der Zimtsohleneinlagen umkämpfte sich den olfaktorischen Platz mit dem Früchtepunschtee. Sie fasste sich zwischen die Beine und fühlte die Hitze, die sich einen vertrauten Platz gesichert hatte. Ihr Kitzler war immer noch die geschwollene Erbse.

Der orangene, wippende Schopf der Nachbarin war oberhalb ihres blauen schurwollenen Mantels auszumachen. Obwohl das Fenster oberhalb ihres Schrittbereiches lag zog Marina schnell die Hand aus der Strumpfhose. Der graue Haaransatz der Nachbarin war genauso wie die herausgewachsene Dauerwelle seit zwei Tagen verschwunden. Sie kippte mit ihren Händen, die an beinahe jedem Finger einen Ring aufwiesen, auf dem Kompost die Reste ihrer Öko-Kisten Überbleibsel aus. Ein paar Kartoffeln rollten durch die seitlichen Balken hindurch und plumpsten wie kleine entlaufene Köter ohne Führungsleine zu Boden. Irgendwann war es wohl doch, entgegen ihrer Aussage, zu viel verlangt sich mit fremder Auswahl abspeisen zu lassen und etwas Kreatives daraus zuzubereiten. Als hätte Frau Riad ihre Gedanken gelesen blickte sie geradewegs zu Marinas Fenster wie durch das Glas hindurch. Marina hielt sich wie versteinert mit einer Hand am Fensterbrettvorsprung fest und versuchte cool zu bleiben. Sie hatte gedacht, dass dieses etwas spiegelte. Zumindest war das so wenn sie draußen war und in die vielen Fenster geblickt hatte. Eine Menschenseele hatte sie nie erkennen können und deshalb letztendlich auch keine Gewissheit. Sie versuchte nachdem sie die Untertasse mit der Tasse abgestellt hatte locker zu winken obwohl sie sich bis auf die Knochen durchschaut fühlte. Frau Riad griff die Ablenkung auf und warf keinen Blick in Richtung des entkommenen Gemüses. Marina fragte sich kurz wie durchgevögelt ihre Erscheinung aussehen möge und entschloss sich den Tee zu leeren um sich frisch zu machen.

Die kompostierte Erde war bestimmt sehr gehaltvoll und hochwertig. Wenn Marina es auch lieber gesehen hätte, dass die Sachen der Tafel gespendet worden wären. Das hier war nicht ihre Sache. Die Erde würde sich nächstes Jahr perfekt für den glattblättrigen Basilikum, der noch zum späten Herbst Blüten gebildet hatte, eignen. Manfred war schon losgezogen und hatte den Strunk der Paprika, die er am Stück wie einen Apfel am Stück zu essen pflegte liegen gelassen. Dafür ignorierte er seit Wochen ihre sich selbst unterwandernden Diätversuche. Die in Tassen zubereiteten Schokoladenpuddings zogen keine verdächtigen Töpfe und Schneebesen nach sich. Eine Prise Ignoranz rettete so manche Situation. Marina wurde aus ihren Gedanken wie Karotten aus dem Boden gerissen, als sich etwas in der Wohnung tat. Als würden Gewichte an ihren Beinen hängen drehte sie sich langsam um und ging zu Manfreds Zimmer. Obwohl sie mittlerweile körperlich stark miteinander verbunden waren so mied sie instinktiv seine Höhle des Grauens, die mit der Unordnung als herrschendes Stilmittel eine streitbare, krustige Furche zwischen ihrem lustvollen stetig wachsenden Paradiesgarten bildete.

Vorsichtig spähte sie durch den Türspalt. Sie wollte gar nicht zu viel Eindrücke in sich aufnehmen und blendete mit ihren zu schmalen Schlitzen verengten Augenlidern das Meiste erfolgreich aus. Ein zerwühltes Bett, daneben Bücher. Socken. Natürlich neben dem Bett. Sie trat ein. Jetzt sah sie das harmlose Unglück. Manfred hatte die Brautschleppe mit ihren ganzen Ablegern zwar umgetopft aber nicht angegossen und in der Erde festgedrückt. So hatte die Grünlilie sich selbstständig befreit und sich über die Schwerkraft auf dem Boden mit all den kleinen palmenartigen Ablegern verteilt, die an ihr hingen wie an einer Nabelschnur. Marina holte den Handfeger und den Tritt und nahm den Topf vom Kleiderschrank.

Als sie seufzend die Erde beiseite gefegt hatte kam Manfred ins Zimmer. Es waren wohl ein paar Vorlesungen an der Uni ausgefallen, sodass er diese gerne zuhause verbringen wollte. Als witterte er Streit fragte er in strengem sich rasant steigerndem Ton „Was machst du denn hier? Wir hatten doch ausgemacht, dass du dich aus meinem Zimmer raushältst!“ die Wut eines Jugendlichen, dessen privates Reich man geentert hatte flackerte in seinen Augen auf. Marina reagierte mit einem instinktiven Schutzmechanismus „Ich, ich. Musst du immer so unordentlich sein? Ich zeige dir gern wie banal es sein kann eine Pflanze einzupflanzen. Und zwar so, dass diese keinen Selbstmord von deinem Schrank aus begehen muss.“, sagte sie ein paar Spuren zu bissig mit engem Hals. Diese Strenge in seinem Ton kannte sie nicht. Sie hatte sich dazu hinreißen lassen lehrerhaft zu reagieren. „Ach lass sein, du hast doch gar kein Interesse daran mir etwas zu zeigen. Es geht dir doch nur darum, dass du etwas an mir auszusetzen hast und dich überlegen fühlen kannst.“, brachte er kühl in den Raum. Marina schluckte. Diese Ungerechtigkeiten war sie nicht bereit hinzunehmen. Sie spürte wie ihr sprachliches Zentrum langsam aber sicher versagte wie ein Stadtteil der vom Stromnetz genommen worden war. Sie war vielleicht etwas in der Art der Botschaft gescheitert, dass Manfred ihr den guten Willen mit seinen Behauptungen und Unterstellungen erdrosselte war zu viel. „Du kannst mich mal.“, sagte sie und ließ die Sachen liegen. Er ließ tatsächlich seinen Mittelfinger nach oben wandern. Sie musste nochmal hinsehen. War das zu fassen!  „Ich dachte Abiturienten sind vor solchen primitiven Anwandlungen geschützt“ setzte sie noch nach und verließ stolz erhoben den Raum.

Sie grübelte missmutig über einen Fachartikel und hörte Manfreds Stimme dumpf durch die Wände. Ein Teil von ihr hätte sich gewünscht er wäre zu ihr gekommen um das Ganze aufzulösen. Ein wenig Vernunft walten lassen. Wegen einer solchen Banalität Streit zu suchen war nicht ihr Ding. Sie drehte ihren Kopf. Lautlos stand er neben ihr. Sie fuhr zusammen. „Kannst du das bitte lassen!!“, herrschte sie ihn an. Er lächelte milde. „Darf ich?“, fragte er beinahe flüsternd. Marina murrte. Ruhig legte er seine Hand auf ihre Schulter. „Du bist eine wunderbare Frau.“ Marina war noch nicht gewillt mit ihm Frieden zu schließen spürte aber wie ein innerer Panzer brach. „Gestern war eine lange, aufregende Nacht. Da kann man schon einmal die Decke hoch gehen.“, flüsterte er ihr ins Ohr und massierte ihre Schultern. „Ja gut!“, erwiderte sie und schüttelte seine Hände von den Schultern. „Kann ich jetzt arbeiten? Ich habe zu tun.“ sagte ich in etwas lieblosem Ton. „Ja klar. Möchtest du noch etwas?“, fragte er mit fast schon bravem Lächeln und linste auf ihren Laptop auf dem noch eine Shoppingseite geöffnet war. „Nein danke.“ erwiderte sie und tippte stur los.

Nach einer Weile vibrierte ihr Handy. „Wollen wir uns nicht wieder ganz vertragen?“, stand in schwarzen Lettern auf dem Display. „Haben wir doch schon.“, kam ihre Antwort. Manfred stand in der Tür. Marinas Schmetterlinge tanzten ihren Tanz ohne ihre Einverständniserklärung. Diese Verräter. Wie oft hatte sie sich im ersten Augenblick über die Wirkung seines versöhnlichen Lächelns aufgeregt. Viel Zeit zu denken hatte sie nicht. Im nächsten Moment war er dicht bei ihrem Gesicht. „Danke.“, flüsterte er ihr entgegen und nahm ihr Gesicht in die Hände um es zu küssen. Diese weichen Lippen in denen man geradezu versinken konnte. Diese kundigen, ruhigen Hände. Marina kam sich vor wie durch die Mangel der Evolution gedreht. Der Moschus der Manipulation der Natur war einfach stärker als jeder Streit und sei es nur um Sinnloses. Was sollte man lange an Blockaden festhalten. Persönliche Differenzen waren etwas Unnötiges wie ein ellenlanger, weiß schimmernder Waschzettel, der aus dem dünnen schwarzen Pulli mit Spitzenbesatz an den Schultern an Marinas Rücken hing. Mit einem unbemerkten Fingerstreich war er unter den Rand geschoben worden als Manfred seine heiße Mitbewohnerin seine Fingerkuppen zu spüren bekam. Er zog sie aufs Bett. Marina hatte ihre Strumpfhose und sämtliches Unterkleid schon auf dem Boden hinuntersegeln lassen. Mit einer schüttelnden Bewegung entledigte sie sich des Restes des Stoffknäuels an ihrer rechten Fessel.

Sie fiel in die offenen Arme und wurde von der ausgebreiteten Decke eingefangen. Mit willkommenen Fingerstreichen strich er die Innenschenkel auseinander, ihre saftige haarlose Muschi wurde massiert. Erinnert an den ausgiebigen abendlichen Akt der Gier. Hatte sie der Streit etwa angetörnt so glitschig wie sie war? Ehe Marina noch nachdenken konnte, wurde sie von zwei Fingern gestoßen. Geleckt. Tief aufgewühlt. Ihr Saft rann an seinen Fingern hinab wie Orangensaft an einer Saftpresse. „Fick mich. Fick mich endlich!“ hauchte sie ihm mit offenem Blick entgegen. Sein Gürtel klapperte. Er war konsequent und schob kommentarlos den Prügel in die gierende Möse hinein um sie zu stopfen und zu befriedigen. Marinas Brust wurde eng wie ihre Pussy bis zu dem ersehnten Moment indem sie ihren Orgasmus aus sich herausrennen besser galoppieren ließ wie ein Rennpferd, das aus der Box schoss. Gleich nochmal setzte Manfred an um Marina zur zweiten Ekstase zu treiben. Rittlings ritt sie ihn. Genoss seine Finger an ihrer Perle. Gespreizt war er so tief in ihr wie es nur möglich war. Er nahm sie mit den Händen an der Hüfte und richtete sich mit ihr im Bett auf. Endgame. Ihre Hände auf dem Schreibtisch abgestützt nagelte er sie im Stehen als gäbe es kein Morgen. Marinas heiße Muschi lutschte jetzt den letzten Saft aus seinem Prügel heraus während er seinen Samen schwallweise in sie hineinpumpte wie in eine Verdurstende.

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