Es blieb ihr nichts anderes übrig, als nachzufragen, was die ihr unterstellte Mitarbeiterin mit dieser ominösen Strafe meinte. „Wollen sie, dass ich die Belegschaft zu einem Abendessen einlade? Ich kann mich auch gerne bei Ayla entschuldigen und auch bei Elisa, wenn sie das glücklich machen sollte!“ Der arrogante Unterton schmeckte Melanie ganz und gar nicht. Die gestandene Frau rieb sich die Hände, während ihre Chefin nervös auf der Stelle trat. „Das dürfen sie alles gerne tun, liebe Frau Wingert. Vorab möchte ich mich jedoch mit ihnen unter vier Augen aussprechen. Bleiben sie heute Abend länger in ihrem Büro, und zwar so lange bis alle anderen Mitarbeiter das Gebäude verlassen haben. Ich werde sie dann besuchen, ehe der Sicherheitsdienst seine Runde macht. Ich denke, dass 20 Uhr der perfekte Zeitpunkt wäre. Sie werden dann erfahren, an welche Art von Strafe ich gedacht habe!“ Annas Unsicherheit breitete sich immer stärker aus. Sie strich sich fahrig durch das halblange, blonde Haar, während ihre Augen in Melanies Gesicht nach einer Antwort auf ihre bohrenden Fragen suchten. „Sagen sie mir wenigstens, was sie vorhaben. Ich möchte mich gerne auf das Kommende vorbereiten.“ Melanie antwortete knapp: „Sie werden sich gedulden müssen, liebe Frau Wingert! Die Kolleginnen wurden von ihren Entscheidungen ebenfalls unvorbereitet getroffen. Diese Unsicherheit müssen sie nun erdulden, wenn sie meine Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Ich kann sofort einen Anruf bei besagtem Hersteller tätigen, damit die benötigten Halbleiter schnellstmöglich in unsere Werke geliefert werden. Dazu brauche ich aber ihr Einverständnis, sich heute Abend um 20 Uhr in meine Hände zu begeben. Sind sie dazu bereit, Anna?“ Die neue Chefin atmete schwer. Sie bekam eine leise Ahnung, was Melanie vorhaben könnte. Es nutzte alles nichts! Anna blieb keine andere Wahl, als diesem Date zuzustimmen. „Gut, dann erwarte ich sie um 20 Uhr in meinem Büro.
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