Erinnerungen an die dralle Chefin

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Erinnerungen an die dralle Chefin

Erinnerungen an die dralle Chefin

A. David

Plötzlich hielt ich sie in der Hand. Die dicke lederne Mappe mit der Aufschrift „Dokumente“. Sie hatte einen roten Bügelverschluss mit einem kleinen Schloss, das ich aber nie benutzt habe, weil von Anfang an der Schlüssel weg war.

Ich fuhr über die glatte Oberfläche des roten Leders. Dick und schwer lag der Ringbuchordner in meiner Hand. Er fühlte sich gut an. Ein Haufen Erinnerungen in Papierform.

Eigentlich hatte ich dafür keine Zeit. Meine Frau wuselte um mich herum, hatte Geschirr in Zeitungen gewickelt und in Umzugskartons verpackt. Freunde und Bekannte waren um mich herum, trugen Möbelstücke zum geliehenen LKW. So ein Umzug bedeutet viel Arbeit und steht auch für einen weiteren Schritt in einen neuen Lebensabschnitt. Meine Frau Simone und ich hatten unsere Eigentumswohnung verkauft und bezogen ein nettes Einfamilienhaus am Stadtrand.

Ich sollte unsere privaten Dinge in einen Umzugskarton packen, z. B. persönliche Dokumente, Gehaltsabrechnungen, Lebensversicherungspolicen, Kontoauszüge. Das waren Sachen, die nicht unbedingt jeden etwas angingen.

Eigentlich musste ich die Unterlagen schnellstmöglich aus dem Sideboard nehmen und verstauen, aber dieser Ordner zog mich in seinen Bann. Ich öffnete den Bügelverschluss. Die einzelnen Dokumente waren in Klarsichthüllen verpackt.

„Zeugnisse der Grundschule“ stand auf dem kleinen Büchlein, das meine Mutter liebevoll mit einer grünen Schutzfolie versehen hatte. 1986 bis 1989 ging ich auf die Westerholt-Grundschule in Recklinghausen. Dann folgte das Abiturzeugnis, dann sah ich den Ausbildungsvertrag bei der Richter Dental GmbH, Inhaberin Constanze Richter.

Constanze Richter, die rote Conny. Sie hatte mittellange rote Haare, war vollschlank, hatte stramme Oberschenkel, trug immer Schuhe mit hohen Absätzen, rauchte viel, hatte ein etwas verlebtes Gesicht und – Wahnsinnstitten. Als der liebe Gott an ihrem Geburtstag die Titten verteilte, hat sie nicht zweimal „Hier“ gerufen, sondern mindestens 3 Mal.

Constanze führte ein strenges Regiment. Wer nicht spurte, flog raus. Ich war nach dem Abi auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, und die waren dünn gesät zu jener Zeit. Constanze Richter war die Cousine einer Schwägerin meiner Mutter. Wir waren also um 9 Ecken miteinander verwandt. Auf einer Familienfeier hatte meine Mutter Kontakt zu ihrer Schwägerin und die wollte sich mal umhören. Ich hatte dann einen Termin zum Vorstellungsgespräch. Da war ich gerade 20 Jahre alt. Es war Sommer und ich war streng bemüht, nicht ständig auf die Brüste der Frau zu starren. Der tiefe Ausschnitt des Oberteils erleichterte die Sache nicht.

Ich bekam den Ausbildungsplatz und machte eine Lehre zum Bürokaufmann. Nach Abschluss der Prüfung, die ich mit einer Eins bestand, wurde ich übernommen. Constanze steckte mich in den Vertrieb und meine Aufgabe bestand darin, Kunden zu akquirieren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde ich immer besser. Die Firma belieferte Zahnärzte mit allerlei Artikeln und es lief ganz gut.

Dann verlor die Firma zwei, drei große Abnehmer. Eines Tages rief Constanze mich zu sich. Ich klopfte an ihre Tür und sie bat mich herein. Conny saß an ihrem Schreibtisch und forderte mich auf, Platz zu nehmen. Dann erzählte sie mir, dass das Unternehmen in Schieflage sei und sie Kosten senken müsse. Sie hätte sich schweren Herzens dazu durchgerungen, Personal einzusparen. Eine Vollzeitkraft musste gehen. Sie sagte mir ganz direkt: ich oder Markowski. Sie sei sich nicht sicher, sie habe jetzt tagelang hin- und her überlegt, aber sei zu keinem Ergebnis gekommen. Man konnte Streichhölzer ziehen oder es auswürfeln, aber das wäre Zufall, und sie wollte eine persönliche Komponente in die Entscheidung mit einfließen lassen.

Die meisten ihrer Worte nahm ich nur nebulös wahr. Ihre Möpse waren einfach zu anziehend. Schon oft hatte ich davon geträumt, die Prachtexemplare aus dem BH zu befreien, sie zu streicheln, zu kneten, an ihnen zu lecken, die Nippel zwischen die Lippen zu nehmen und an ihnen zu saugen. Conny war überzeugter Single, wie sie ihren Hormonhaushalt im Gleichgewicht hielt, wusste niemand so genau. Und ich stellte mir auch vor, wie sie untenrum wohl aussehen könnte. War sie eine echte Rothaarige? War ihre Schatzkiste von Haaren umgeben? War sie komplett rasiert, oder durfte ein schmaler Streifen Haare stehenbleiben? Jedes männliche Wesen in der Firma hat schon davon geträumt, mit Constanze mal Überstunden zu machen und die Stabilität des Schreibtisches zu testen. Ihre rauchige Stimme verstärkte ihre erotische Anziehungskraft zusätzlich.

„Hörst du mir überhaupt zu?“ fragte sie mich irgendwann.

„Ja klar.“ Ich bemühte mich darum, mich zusammenzureißen. Natürlich war der Frau nicht entgangen, was mich faszinierte.

„Entschuldige, dass meine Möpse deine Augen anstarren!“ sagte sie.

Ich wurde verlegen.

Sie erhob sich aus ihrem Chefsessel und kam auf mich zu. Sie stand neben dem Schreibtisch und stemmte die Arme auf die Oberfläche. Dazu beugte sie sich etwas zu mir herunter. Mein bestes Stück war hart wie eine Nudelrolle.

„Also, nimmst du die Herausforderung an?“

„Ja klar“ stimmte ich zu und hatte keine Ahnung, worum es ging.

„Gut, dann hier und jetzt. Du weißt, wenn ich etwas sofort erledigen kann, mache ich das. Ich hoffe, du hältst ein bisschen länger durch wie Markowski.“

Oh Scheiße, wovon redete sie? Wobei sollte ich länger durchhalten? Sollte ich sie hier und jetzt …? Nein, das konnte nicht sein.

„Äh, wirklich hier und jetzt? Ich bin da jetzt ein bisschen unvorbereitet, Conny.“ Sie duzte jeden und das war keine Einbahnstraße. Da war sie eher unkonventionell.

„Wie willst du dich vorbereiten? Musst du ins Trainingslager?“ Sie grinste spöttisch.

„Ich weiß nicht so recht…“

„Jetzt sei nicht so eine Memme. Es geht um deinen Job!“

„Und wenn ich sage, ich möchte das nicht…?“

„Dann bist du raus und Markowski behält seinen Job. Ganz simpel. Ich hatte dich aber anders eingeschätzt.“

„Naja, es geht ja auch nicht nur um mich. Es geht ja auch um meine Freundin Simone. Wenn ich danach nach Hause komme und sie merkt etwas…“

Zwei Seelen tobten in meiner Brust. Diese Wahnsinnsfrau mit den Hammertitten wollte offensichtlich, dass wir hier und jetzt eine Nummer schieben. Etwas, von dem ich schon urlange geträumt habe, könnte Wirklichkeit werden. Ich könnte ihre Hupen anfassen und sie dort lecken, wo es ihr Spaß machen würde. Aber dass Kolleginnen und Kollegen, die an diesem Freitagnachmittag noch da waren, etwas davon mitbekämen, behagte mir nicht. Und ich wollte auch Simone, meine damalige Freundin - da waren wir noch nicht verheiratet - nicht betrügen.

„Oh, sie merkt ganz sicher etwas, wenn deine Knie wackelig sind und du kaum noch stehen kannst. Aber, wenn du willst, erkläre ich es ihr. Sie hat bestimmt Verständnis. Es geht ja immerhin um deinen Job. Vielleicht musst du ja auch mal bei einem Kunden etwas Ähnliches machen.“

Was wurde das denn jetzt? Ich sollte mich sehr persönlich für Aufträge einsetzen? Und sie würde es Simone erklären? >Du, ich hab mir deinen Freund mal zur Brust genommen. Nimm‘s nicht persönlich, es ging um seinen Job. Ich musste seine Fähigkeiten auf Herz und Nieren testen. Das verstehst du doch, oder?<

Sie erriet meine Gedanken und registrierte meine Nervosität. Ihr konnte man nichts vormachen.

„Also, Marie hat mir gesagt, dass du gar nicht so schlecht dabei bist. Zumindest bei der letzten Weihnachtsfeier warst du kein Kind von Traurigkeit.“

Ich wühlte in meinen Gedanken. Ihre Sekretärin Marie war wirklich ein geiles Stück. Ihre Oberweite war nicht ansatzweise mit der ihrer Chefin zu vergleichen, aber sie hatte einen knackigen Arsch und eine superschlanke Figur mit einem total hübschen Gesicht. Ich hatte mit ihr geflirtet, aber mehr war da nicht. Hatte sie vielleicht ihre Erzählung etwas aufgehübscht, so dass Constanze denken musste, wir hätten etwas miteinander gehabt?

„Kann ich dir einen deal vorschlagen?“

„Ach jetzt komm mir nicht so. Wahrscheinlich fängst du jetzt mit irgendwelchen Vorschlägen an. Wenn ich dich schaffe, können Markowski und ich bleiben oder irgend so ein Scheiß. Schlag dir das aus dem Kopf. Du schaffst mich nicht. No way. Never ever. Es geht nur darum, ob du besser bist als Markowski oder weniger drauf hast. Der Bessere bleibt, der Schlechtere fliegt. Ich verrate dir was: Markowski hat die Zahl elf auf seinem Deckel stehen, die gilt es zu schlagen. Also, entspann dich, ich hole ein paar Utensilien.“

Sie ging um den Schreibtisch herum auf ein Sideboard zu. In meiner Hose war es immer noch eng. Sie bückte sich und ich hatte Mühe, meine Hände bei mir zu halten. Der Gedanke, dass uns jemand dabei überraschen oder zufällig durch die Scheibe der Bürotür sehen könnte, gefiel mir gar nicht. Aber Markowski hatte seine Prüfung ja offensichtlich schon abgelegt. Nur mit der Zahl elf konnte ich nichts anfangen. Elf Minuten? Elf Orgasmen? Konnte ich mir nicht vorstellen.

Ich mochte den Job und wollte ihn behalten. Markowski war auch verheiratet. Wenn er es konnte, konnte ich das auch.

Okay, wenn es denn sein musste. Ich fügte mich in mein Schicksal. Da gab es unangenehmere Prüfungen. Ich stand auf, öffnete den Reißverschluss meiner Jeans und ließ sie mitsamt Unterhose nach unten rutschen. Ich hoffte darauf, dass mein bestes Stück und ihr Mund sich etwas näher kennenlernen würden.

Sie drehte sich um und starrte auf meine Erektion.

„Was wird das denn jetzt?“ sagte sie überrascht, dann prustete sie los. Und ich entdeckte zwei Schnapsgläser und eine Wodkaflasche in ihren Händen.

Oh Scheiße, die Challenge bestand im Wettsaufen, nicht im Vögeln.

Ich Idiot. Ich hatte ihre Worte so interpretiert, wie ich es vielleicht gerne gehabt hätte. Warum ließ ich mich von diesen Mörderhupen so ablenken? Der Moment war an Peinlichkeit nicht zu überbieten.

Sie kriegte sich kaum ein vor Lachen. Ihre Brüste bebten. Das machte es nicht leichter. Ich zog die Hose wieder hoch.

„Du glaubst, ich hätte mit Markowski hier ‚ne Nummer geschoben?“ Sie bekam sich kaum ein vor Lachen.

„Komm, darauf trinken wir einen, du Stecher.“

Sie goss ein und wir tranken auf ex. Dann sah sie mir in die Augen. „Wenn die Flasche alle ist und wir noch Lust haben, können wir ja einfach sehen, was noch so geht“ sagte sie mit ihrer rauchigen Stimme. „Falls du dann noch kannst“ fügte sie hinzu.

Sie goss die Gläser wieder voll. Ich schaute dabei auf ihre geschminkten Lippen und stellte mir vor, was sie damit anstellen konnte. Vielleicht erwartete mich heute noch der Himmel auf Erden. Oder ich würde mich hackendudelbreit übergeben und einschlafen. Alles war möglich.

„Jetzt komm mal in die Puschen“ rief meine Frau, als sie bemerkte, dass ich nicht so richtig voran kam.

Ich habe damals übrigens meinen Job behalten.

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