Katharina zeigte mir in drei Wochen die wirklich schönen Seiten ihrer Heimatinsel.
Hier erzählte sie mir auch, was es mit ihren Kopftüchern auf sich hatte. Ihr über alles geliebter Großvater war Hirte und trug ausschließlich die kretische Hirtentracht, die aus einer überaus robusten, unseren Reiterhosen ähnlichen, lederbesetzten Hose, steif gestärkten Leinenhemden und schweren, kniehohen Stiefeln bestand. Dazu gehörte ein Ledermantel oder eine Lederweste und das charakteristische Kopftuch. Letzteres war das einzige was er ihr hinterlassen konnte. Er war ein armer Mann, aber von hohem Ansehen. Dieses Ansehen führt Katharina weiter.
Eigenartigerweise hatte ich auf Kreta das Gefühl Katharinas Füße würden noch besser und noch intensiver duften.
Ich kaufte ihr in Rethymnon mehrere Paare Sandaletten, Mules und Dianetten der griechischen Designerin Tsakiris Mallas. Diese hocherotischen Preziosen waren für Katharinas Füße wie geschaffen. Sie passten ohne zu drücken, sie duftete selbst nur sehr schwach aber auch sehr gut und sie speicherten alle Duftnuancen von Katharinas Füßen.
Wir verbrachten insgesamt gesehen eine wunderschöne ungezwungene und unkomplizierte Zeit miteinander.
Im selben Jahr unseres Kretabesuchs erhielt Katharina das Angebot die Leitung des frühgeschichtlichen Staatsmuseums in Heraklion zu übernehmen.
Sie konnte nicht anders, sie musste dieses einmalige Angebot annehmen.
Wir trennten uns in aller Freundschaft.
Ich habe Katharina noch zwei mal auf Kreta besucht. Sie ging in ihrer Arbeit auf.
Sie ist bis heute unverheiratet, hat sich aber noch einen dritten Doktortitel erarbeitet.
Die Geschichte der großen Liebe, die ich eben erwähnte und die sich vor dem Zusammentreffen mit Katharina in meinem Leben abspielte, ist der Inhalt der längsten und in sich geschlossenen Erinnerung des Andrea Pfister, Erinnerungen an Susanne.
Höchstwahrscheinlich zu lang da 53 Seiten.
(auf keinen Fall!! - Anm. d. redaktion)
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