Erster Urlaub - Teil 5

Aus dem Zyklus: Dounja

5 4-8 Minuten 0 Kommentare
Erster Urlaub - Teil 5

Erster Urlaub - Teil 5

Grauhaariger

Zwei Tage später. Abends. Wir waren nach dem Essen wieder in der Poolbar des kleinen Nachbarhotels für einen Gute-Nacht-Drink eingekehrt. Niemand von unseren Bekannten hatte sich heute hierher verirrt. Dounja und ich saßen allein an einem der Tischchen und genossen die Atmosphäre. „Der Kerl dort drüben beobachtet mich schon die ganze Zeit;“ stellte meine Freundin irgendwann fest. Unauffällig sah ich Augenblicke später zu dem beschriebenen Mann hinüber. Er stand allein an der Theke und schaute in die Runde. „So um die Vierzig, Jeans, rötliches Hemd, kurze dunkle Haare. Sieht aus wie ein Grieche.“

„Ja, genau der!“ bestätigte meine Geliebte.

„Dein Typ?“ fragte ich.

„Weiß nicht. Vielleicht. Sieht doch ganz nett aus!“ entgegnete sie mir.

„Wäre der was für Dich?“ hakte ich nach.

„Was Du wieder denkst! Der ist doch viel zu jung für mich!“ antwortete Dounja fast verärgert.

„Du sollst ihn ja auch nicht heiraten! Nur ein bisschen Spaß! Soll ich ihn mal fragen?“ feixte ich und deutete an aufzustehen.

„Untersteh dich!“ meinte sie entrüstet und fügte nach einer Weile hinzu: „Meinst Du wirklich?“

Während der letzten Tage kam das Gespräch immer mal wieder darauf, Dounja mit einem fremden Mann im Bett. Meine Freundin schien das Thema genauso zu beschäftigen wie mich selbst. Ich konnte ihr immerhin klar machen, dass ich nicht im Gegenzug mit einer anderen Frau… Nein, da wäre sie viel zu eifersüchtig. Dass aber Dounja bei passender Gelegenheit … Da entstehen bei mir Bilder und die Hose wird eng!

„Wenn,“ meinte sie, „dann beim ersten Mal nur mit dem Fremden allein, ohne Dich!“ Ihren Standpunkt konnte ich nachvollziehen. Darf oder soll ich das, darf ich das nicht…? Wie reagiert mein Partner, wenn ich mich so verhalte…? Fragen, die sie sich nicht stellen muss, wenn ich nicht zugegen bin. Was grundsätzlich geht oder nicht…da vertraue ich voll auf ihr Gewissen.

„Wenn ich jetzt gehe;“ begann ich ein Szenario aufzumachen, „und Dich allein hier sitzen lasse…“

„Kannst Du ruhig machen! Der hat an mir alter Schachtel doch sowieso kein Interesse.“ Dounja war sich sehr sicher, dass der geschätzt Vierzigjährige kein Interesse an den Tag legen würde, sie zu verführen.

„Dir würde es aber schon gefallen?“ hakte ich nach. „Und Du würdest mitspielen, wenn doch!?“

„Ja, der sieht doch ganz süß aus!“ Dounja schienen sich mit dem konkreten Gedanken, mit einem fremden Mann in die Kiste zu steigen, anzufreunden. „Du bleibst aber in der Nähe!?“ forderte sie. Ich bestätigte ihr, dass ich selbstredend auf sie aufpassen würde.

„Gut, dann kannst Du jetzt gehen!“ meinte meine Geliebte selbstsicher. „Eines noch;“ Dounja sah mich sehr ernst dabei an, „Wenn ich mit ihm…“ sie machte eine kurze Pause, „Du nimmst mich doch auf jeden Fall zurück?“

„Ich liebe Dich und werde Dich nie wieder hergeben!“ Meine Versicherung schien sie zu beruhigen. Wir küssten uns kurz. Ich legte, großzügig aufgerundet, den zu erwartenden Rechnungsbetrag auf den Tisch und verschwand durch das Tor in der Dunkelheit.

****

Ich machte einen kurzen Spaziergang, so etwa zwanzig, fünfundzwanzig Minuten, zum Ortsstrand hinunter und zurück. Aus sicherer Distanz beobachtete ich dann, dass meine Geliebte inzwischen auf einem Barhocker am Tresen saß. Flankiert von zwei stehenden Männern. Der Eine war der vierzigjährige Grieche, der sie vorhin schon taxiert hatte, während ich den Anderen jetzt zum ersten Mal bemerkte.

Dounja, heute in einem knapp knielangen Sommerkleid und nicht allzu hochhackigen Pumps, hatte scheinbar viel Spaß mit den Beiden. Die Unterhaltung war, soweit sich Wortfetzen vernehmen ließen, in Griechisch. Sie hatte einen Cocktail vor sich stehen und nippte von Zeit zu Zeit daran. Ich wollte nicht dumm vor dem Eingang auf der Straße herumstehen und drehte immer wieder eine Runde ‚um den Block‘, wie man so schön sagt.

Jedes Mal, wenn ich einen Blick auf das Trio warf, waren die Hände der Männer forscher geworden. Inzwischen hatte der Neue seinen Arm dauerhaft um Dounjas Schultern gelegt, während sich die Hand des Anderen oberhalb ihres Knies bereits ein Stückchen unter dem Saum ihres Kleides befand.

Der ‚Neue‘, wie ich den Mann eben genannt hatte, war scheinbar ebenso Grieche und geschätzt noch ein wenig jünger als der Träger des rötlichen Hemdes. Beide waren dunkelhaarig und in etwa genauso groß wie meine Freundin.

Der ‚Neue‘ startete einen Versuch, meiner Dounja einen Kuss abzuringen. Sie jedoch drehte den Kopf zur Seite, so dass seine Lippen nur ihre Wange trafen. „Braves Mädchen!“ freute ich mich, obwohl mir durchaus bewusst war, dass für Dounja küssen zum Sex einfach dazugehört. Sie wird es tun, das stand für mich fest, wohl aber nicht hier in der Öffentlichkeit. Eine andere Frage stellte sich vordringlich: Wird sie mit beiden Männern abziehen? Bekommt einer den Vorzug und der andere bleibt zurück? Oder spielt sie nur mit ihnen und geht alleine?

Wieder hatte ich einen kurzen Spaziergang hinter mir. Dounjas Glas war mittlerweile beinahe leer. „Fígame!“ Dieses Wort ließ mir beinahe das Herz in die Hose rutschen. Der ältere der Beiden, ich betitelte ihn inzwischen als ‚Rothemd‘, drängte zum Aufbruch.

Bevor hier Missverständnisse entstehen: Figame hat nichts mit ficken zu tun. Es bedeutet so viel wie ‚Lass uns gehen‘.

Würde sie mitgehen? Tatsächlich. Meine Freundin rutschte elegant von ihrem Barhocker und sortierte sich. Sofort grapschte ‚Rothemd‘ Dounjas Hintern an. Sie ging weiter, als hätte sie es nicht bemerkt.

Dounja lotste die Männer, untergehakt bei dem Jüngeren, während der Ältere seine Hand mehr an ihrem Hintern als sonstwo hatte, in unser Bungalowdorf. Tat meine Freundin nur so, oder war doch das letzte Glas ein wenig viel Alkohol gewesen? Sie schien ganz schön aufgedreht zu sein, so wie sie mit den Beiden herumalberte. Winkte sie mir zu? Es hatte den Anschein. Obwohl ich mich umgedreht hatte, musste Dounja mich beim Verlassen der Poolbar gesehen haben. Sie sollte die Sicherheit haben, dass ich in ihrer Nähe bin.

Die Drei verschwanden in unserem Ferienhaus. Ich wartete noch zwei, drei Minuten, bevor ich auf die Veranda schlich. Dort setzte ich mich in einen der Stühle um das Geschehen innen weiter zu verfolgen. Nein, zusehen war nicht möglich. Jedoch um die Räume zu kühlen hatten wir zwar die Läden geschlossen, aber die eigentlichen Türen dahinter offengelassen. Und so war annähernd jedes Wort, was innen gesprochen wurde, hier draußen gut zu verstehen.

Leider spreche ich griechisch nur rudimentär. Aber war es so wichtig, was dort drinnen genau gesagt wurde? Einige von Dounjas Äußerungen klangen sehr wollüstig. Es schien ihr gut zu gehen. So viel ich verstehen konnte, stand sie jetzt nackt zwischen den Beiden. Und diese bewunderten meine Geliebte! Dann verlagerte sich das Schauspiel, für mich ja eher Hörspiel, auf das Bett. Die Bilder in meinem Kopf sind überhaupt nicht zu beschreiben. Zwei Männer mit meiner Dounja im Bett! Nackt! Vier Hände überall auf ihrem Körper! Zwei Lippenpaare und zwei Zungen, die sie verwöhnten; die sie küssten! Nicht zu vergessen ihre Schwänze. Wie gut bestückt die beiden wohl waren? Dazu spielte Dounja auch gerne mit meinem Hodensack. Jetzt sind da zwei! Mein Großer in der Hose reckte sich und versuchte sein Verlangen kundzutun! Jetzt aber waren erst die Anderen dran. Sag das mal dem eigenen Körper, wenn das Hirn gevögelt wird!

Dounjas wenige „óchi“ oder „den“, zu deutsch nein oder nicht, hörten sich auch für mich eher als Zustimmung an. Meist unterdrücktes und manchmal auch lautes Stöhnen folgte ihrer sicherlich nur gespielten Ablehnung. Ich kenne das von ihr nur zu gut! Wie oft sie gekommen ist, kann ich nicht sagen, da ihre Höhepunkte meist nur sehr leise sind. Was mich sehr beschäftigte, war die Frage, ob sie Kondome verwenden oder blank miteinander fickten? Dounja und ich hatten uns zwar von Anfang an auf ‚ungeschützt‘ verständigt, verwenden aber Ab und zu doch mal eines. Nur so zum Spaß. Daher liegt eine angebrochene Packung, zusammen mit einer Tube Gel, auch hier im Nachttisch. Dieses Thema hatten wir im Vorfeld überhaupt nicht angesprochen. Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings, dass sie gerne ‚ohne‘…

Aus unserem Schlafraum drangen mal mehr und mal weniger Laute nach außen. Ebenso verhielt es sich mit eindeutigen Geräuschen vom Austoben auf dem Bett. Es gab auch eine längere Phase, da unterhielten sie sich ganz normal. Ich dachte schon, es wäre zu Ende. Dounja, die scheinbar noch nicht genug hatte, provozierte jetzt vor allem den Jüngeren, Jannis. Dieser wollte ihr „Den boreís pia?“ (kannst Du wohl nicht mehr?) nicht auf sich sitzen lassen. Daraufhin wurde meine Geliebte noch einmal hergenommen. Von beiden!

Irgendwann ging die Türe auf. Ich saß ganz entspannt, jedenfalls versuchte ich so zu wirken, auf einem Stuhl in der Dunkelheit. Meine Beine hatte ich auf der Brüstung der Veranda hochgelegt. Schemenhaft erkannten wir uns gegenseitig. „Jassu“ brummten beide, mehr in sich hinein, und suchten das Weite.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 9175

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben