Erwachen

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Erwachen

Erwachen

Osbourne Borough

"Drogen können Halluzinationen auslösen, die einen den Schmerz und persönliche Unzulänglichkeiten vergessen lassen. Die Erfahrung durch unsere Sinne wird intensiver und gaukelt uns Realitäten vor, die den geheimen und verborgenen Wünschen manchmal bedrohlich nahe kommen. Die körperliche Erschöpfung ist nichts im Vergleich zu den Dämonen, die uns noch Jahre später plagen."

Es war kurz nach Neun, als Elias das "Karmesin" betrat, ein Szeneclub am Stadtrand von Heilbronn, direkt am Neckar gelegen, im Labyrinth von Lagerhäusern und Kranhallen eines verwaisten Industriegebietes. Die stickige Luft hüllte ihn in einen Schleier der Anonymität, und während er die breite Treppe hinunter wandelte genoss er die Blicke der Menschen, die ihm folgten. Sie hafteten auf ihm wie geschmolzenes Teer an nackten Füssen. Er war etwas Besonderes. Manch einer fühlte sich unwohl in seiner Gegenwart. Diejenigen senkten den Blick oder konzentrierten sich auf völlig belangloses Ambiente in ihrer unmittelbaren Umgebung. Dinge, die sie sonst keines zweiten Blickes gewürdigt hätte, wären sie allein, oder unter ihres Gleichen gewesen. Plötzlich strahlte die teilweise hinter dem Spiegel der Bar versteckte Lampe eine ungeahnte Faszination aus. Man unterhielt sich über ihr Design, die Art des Schattenwurfes und die unzähligen Nuancen in den Reflektionen ihres Glases, einzig und allein, um von Elias Gegenwart abzulenken. Doch er brauchte die Ignoranz. Sie gab ihm Aufschluss über sein Gegenüber und das Maß an Wertschätzung, was sie ihm entgegenbrachten.
Die Luft war geschwängert von Ekstase, Verlangen und einer beunruhigenden Aggressivität. In den gleißenden Fluten der Rhythmuscomputer zuckten apathisch die Körper der Generation X. Nichts schien ihren Drang nach Amüsement und High Live befriedigen zu können. Die Designerdrogen, die an jeder Bar fast schon legal ausgegeben wurden, trugen ihr Übliches bei, um den rapiden Verfall noch zu beschleunigen. Spärlich bedeckte Leiber, glänzend vor Schweiß, rieben sich aneinander und sprachen eine unverkennbare Sprache - Ich lebe.
Der einzigartige Geruch von Adrenalin lag in der Luft, eine Aura von pulsierender Lust, Lust auf das andere Geschlecht, Lust nach der Befriedigung trivialer, körperlicher Begierden, Lust auf den ultimativen Kick. Ein nie endendes Verlangen nach der alles verzehrenden Liebe, der letzten Erfahrung des Lebens, dem ultimativen Orgasmus. Ein Tanz auf des Messers Schneide.
Das grelle Flimmern schlug nahtlos einen neuen Rhythmus an. Ein etwa zwanzigjähriges Mädchen mit wallender schwarzer Mähne, einer Haut wie Elfenbein und violett leuchtenden Lippen schlängelte sich durch die pulsierende Masse zuckender Körper. Ihre Erscheinung, eine Verheißung, jung und unschuldig. Ihr zierlicher Oberkörper wurde nur spärlich von einem blutroten Top bedeckt. Über den Hüften trug sie eine hautenge schwarze Drei-Viertel-Samthose. Ihr Blick war auf Elias, gerichtet, der an der Bar neben einem mächtigen Kerl unter dem Alkoven lümmelte und wie hypnotisiert in die Menge starrte.
Dieser Mann wollte so gar nicht recht in das Bild dieses apathischen Pulks passen. Sein Haar war ganz dem Trend kurz geschnitten und weiß gebleicht. Er war groß und breitschultrig, sehr attraktiv. Dennoch wirkte er neben dem Hünen wie ein verlorenes Kind. Seine rechte Hand spielte mit einem halb geleerten Whiskeyglas. An seinem rechten Handgelenk baumelte ein kleines Kettchen mit einem silbernen Kreuz.
Die Nymphe war bis auf wenige Schritte an ihn heran, zögerte einen Augenblick und ging dann um ihn herum, zu dem Recken, so dass er sie nicht sehen konnte, wohl aber ihren Duft wahrnahm. Ihre Rechnung schien aufzugehen, kaum dass sie sich hinter dem Fleischberg über die Theke lehnte, damit der junge Mann hinter dem Tresen einen flüchtigen Blick auf ihre kleinen Brüste werfen konnte, erwachte das Ziel ihrer Begierde aus seinem Trance und schaute sich unsicher um. Als sich ihre Blicke für einen Moment, vorbei an "Mr. Universum", trafen, huschte ein schüchternes Lächeln über ihr Gesicht. Sie schmunzelte amüsiert, ob des massigen Körpers neben ihr, oder der wohlwollenden Einsicht, die sie dem Kellner bot. In der ausgestreckten Linken hielt sie einen Fünfeuroschein. Der Barkeeper nahm das Geld und sie ihren Trink. Dann verschwand sie wieder in der wogenden Menge.
Unschlüssig ließ Elias den Rest Whiskey in seinem Glas einige Male mit dem Eis kreisen und stürzte ihn in einem letzen Zug hinunter. Er löste sich von der Bar und begab sich an den Rand des Meeres tanzender Leiber, welche wie gierige Schatten nach ihm leckten. Es war als flüsterten sie ihm zu "Komm, sei eins mit uns!" Sein Blick schweifte über die zuckenden Körper und sein Gesicht nahm den verzweifelten Ausdruck eines Ertrinkenden an, der in den Wogen aus Sehnsucht und Begierde um das Überleben kämpfte.
"Hier bin ich, siehst du mich nicht?" Ertönte eine tiefe, melodische Stimme neben Elias, die so gar nicht zu dem jungen Ding passen wollte.
Er fuhr erschrocken herum, erkannte das Mädchen an ihrem Geruch und steckte verlegen die Hände in die Hosentaschen. Er leckte sich unsicher über die Lippen und zog ein Taschentuch hervor, mit dem er sich die Stirn abtupfte. Es war heiß im Karmesin, unglaublich heiß.
Erneut wechselte der Rhythmus der Beats und Vibes. Nun trieb ein ekstatisches Pfeifen die Menge an, die wild mit den Armen rudernd, die Luft mit ihrem Kreischen untermalte. Das Flackern und Flimmern der UV-Lampen explodierte förmlich in den Pupillen und brannte sich schmerzend in die Netzhaut.
"Entschuldigung, ich muss wohl sehr naiv auf dich wirken.", erwiderte Elias einen Augenblick später.
"Das macht nichts." sagte sie und zuckte mit den Schultern. Dann schaute sie verlegen in ihr Glas, als wären sämtliche Geheimnisse des Universums darin verborgen.
"Mein Name ist ...",
"Elias, ich weiß.", schnitt sie ihm das Wort ab und lächelte. Man kennt dich hier, du bist etwas Besonderes.
"Nein, das bin ich nicht. Aber ich fühle mich wohl hier, was mir vermutlich ansieht.", antwortete er geschmeichelt. Dabei überschlugen sich seine Worte, aus Angst der Gesprächsstoff könnte abreißen und Sie wieder in der tobenden Menge verschwinden.
Sie legte ihm beruhigend einen Finger auf die Lippen und deutete auf einen Platz, auf der anderen Seite der Bar, unter der kleinen Galerie am Ende der Bühne.
"Ich bin Margo, eigentlich heiße ich Margoth, aber ich finde diesen Namen scheußlich, also bitte nenn mich nicht so!", damit schlenderte sie vorweg, hinüber zu dem Kunststoffverkleideten Tresen. Elias harrte noch einen Moment desorientiert aus, bevor er ihr folgte. Sie stellte ihr Glas ab und zwängte sich auf einen der Hocker, die verlassen neben der Bühne standen. Dabei glitt ihre Hose ein wenig nach unten und über dem schwarzen Saum blitzte kurzzeitig ihr weißes Höschen. Elias zögerte noch einen Moment, schüttelte lächelnd den Kopf und quetschte sich auf den Hocker neben ihr.
"Was machst du in so einem Club, Elias?", sie zögerte einen Moment, wie um abzuwarten, ob sie ihn eventuell verletzt hatte.
"Das Gleiche wie ihr, nur konzentriere ich mich mehr auf die Musik, als auf das Licht und die Drogen."
Sie fummelte gelangweilt eine zerquetschte Schachtel Luckys aus ihrem Hosenbund und steckte sich eine Zigarette an. Anschließend warft sie die Schachtel lässig auf die Theke, stützte den Kopf in die Hand und musterte abschätzend die äußere Erscheinung von Elias, was er nicht zu bemerken schien. Er war gut Eins Achtzig groß, trug ein enges, langärmliges, schwarzes Shirt, dass seinen athletischen Körper umspielte, und eine helle Leinenhose. Dei blickte sie bewusst auf die Stelle zwischen seinen Beinen, nahm einen weiteren, tiefen Zug und spitzte dabei die Lippen, um möglichst wenig Lippenstift zu verwischen. Den Rauch blies sie durch die Nase, wobei sich ihre Nasenflügel leicht aufblähen und ihr Gesicht äußerst sinnlich wirkte.
Elias sog gierig den Geruch ihres Tabaks ein. In der würzigen Note schwang leicht ihr Parfüm mit, Tender Poison von Dior. Er selber hatte das Rauchen vor geraumer Zeit aufgegeben, weil es seine Wahrnehmung massiv beeinträchtigte, aber er genoss es, wenn andere rauchten. Es war wie eine schwache Erinnerung an einen Teil von ihm, den er zurückgelassen hatte. Weit weg im ewigen Dunkel seiner Vergangenheit.
"Was machst Du?", fragte er.
Sie ignorierte ihn und winkte gerade einer Freundin zu, die an ihnen vorüberging und gleichfalls den Recken unter dem Alkoven musterte.
"Wie alt bist du, Achtzehn ... Zwanzig?", versuchte er es noch einmal, nahm die Cocktailkarte etwas beiseite und rückte den Ascher näher zu ihr heran.
"Du weiß, dass man Frauen keine Fragen, ihr Alter betreffend stellt!", erwiderte sie pikiert, nahm einen weiteren Zug von ihrer Zigarette, inhalierte tief und stieß den Qualm nach einigen Sekunden wieder aus. Dabei strich sie sich das Haar aus dem Nacken und zog so unzählige Blicke auf ihren schlanken Hals. Ihr blasser Teint erregte die meisten Männer und ihr Hals war besonders für aufreizende Andeutungen geeignet, auf die sie sich ausgezeichnet verstand.
"Weit älter, als Du glaubst", sie lächelte etwas und ihre tiefen braunen Augen leuchteten in einem unheimlichen Glanz.
"Hast du schon einmal darüber nachgedacht, was wäre, wenn dein Leben anders verlaufen wäre? Würdest du dann auch hier sitzen und deine Sehnsucht an denen stillen, die du nie erreichen kannst? Denkst du die Drogen in deiner Tasche können dir zurückgeben, was du verloren hast?", dabei machte sie eine abwertende Geste mit der Hand und drückte ihre Zigarette in den Ascher, nur um sich kurz darauf eine Neue anzuzünden.
Elias, dem es ziemlich gegen den Strich ging, dass seine Fragen ignoriert wurden, während man ihn versuchte zu belehren, versuchte es auf subtilere Weise. "Du rauchst zu viel, Margoth!"
Der Name lies ihn jedes Mal innerlich brechen, wenn er ihn gebrauchte. Doch er wollte sie aus der Reserve locken und das Gespräch über ihn auf sie lenken. - Wie kam man zu so einem ätzenden Namen? Eine Schwester seiner Großmutter hieß Margoth. - dachte er.
Sie lacht: "Ja ich rauch schon eine kleine Ewigkeit. Du hast eine bemerkenswerte Beobachtungsgabe."
Er wand den Blick ab und nippte verärgert an dem neuen Whisky, den ihm der Barkeeper soeben hingestellt hatte. Sie legte den Kopf in den Nacken und schüttelte erneut ihr dunkles Haar. Es verlieh ihr eine Art von macht über die Umgebung. All die lüsternen Männerblicke, deren Elias nicht gewahr wurde. Stattdessen erkannte er den Geruch nach Honig und Sandelholz. Die Unterhaltung lief ganz und gar nicht nach seinen Erwartungen. Zwei Yuppies neben ihnen an der Bar machten bereits verächtlichen Bemerkungen, über seine Unzulänglichkeit. Sie taxierten Margo und schienen abzuwägen, wann sich Elias zurückziehen würde und ihnen den Platz neben Margo und somit eine Chance überließ, bei ihr zu landen. Er konnte ihre Erregung spüren, ihren männlichen Geruch, ihre verstohlenen Blicke und ihr verschwörerisches Flüstern, wenn sie über Margos zierliche Brüste tuschelten, ihren kleinen Hintern und ihre Mutmaßungen bezüglich sexueller Vorlieben. Es widerte ihn an. Er fand einfach keinen Weg bei Margo zu landen und diese lüsternen Idioten zogen sie förmlich mit ihren Andeutungen und Blicken aus. Doch sie ignorierte die Konkurrenz oder sie spielte mit ihnen, für Elias war es nicht eindeutig zu erkennen. Vielleicht versuchte sie auch einfach seinen Jagdtrieb zu wecken.
"Wie kann ich deine Aufmerksamkeit auf mich lenken?", fragte Elias vorsichtig.
"Du könntest mit mir tanzen.", dabei strich sie ihm beschwichtigend über den Oberschenkel und ließ ihre Hand für einen Moment auf seiner Hüfte ruhen.
Damit erhob sie sich und schlenderte in Richtung Bühne ohne seine Antwort abzuwarten. Sie schwang leicht in den Hüften und wusste genau, dass ihr Elias jetzt auf den Hintern starrte. Dann dreht sie plötzlich den Kopf, um ihn dabei zu ertappen. Doch er lehnte noch immer am Tresen und schwenkte den Whiskey unter der Nase. Er hielt sich das Glas ans Ohr, als lausche er dem leisen Knacken der Eiswürfel, die der öligen Flüssigkeit ihre Temperatur entzogen.
Fasziniert beobachtete Margo diese detaillierten Gesten und wusste, dieser mann war etwas Besonderes. Sie beschloss ihm ein Geschenk zu machen. Als sie sah wie Elias eine Tablette aus der Tasche fingerte, und sie zusammen mit dem Rest des Whiskeys hinunterstürzte, ging sie zu ihm zurück und sagte: "Warte hier einen Moment, ich bin gleich wieder bei dir!"
Anschließend ging sie hinüber zum Alkoven, wo der Hüne mit einer üppigen Blondine flirtete, wenn man die plumpen Annäherungsversuche noch Flirten nennen konnte. Seine große Hand ruhte auf ihrem Arsch und sein Blick in ihrem Ausschnitt. Sie hatte wirklich eine ausladende Oberweite und Margo verzog abgeneigt das Gesicht, ob der aufdringlichen Art, mit der diese Schlampe ihren unterbemittelten Freund manipulierte. Er war ganz sicer nicht der Hellste, aber sie fickten zusammen. Wie konnte er sich nur so billig von dem aufgedonnerten Flittchen um den Finger wickeln lassen. Er hatte doch sie.
Margo gesellte sich lächelnd neben ihren starken Riesen, funkelte das Miststück an, dass sich an ihren Bettgefährten heranmachte, und flüsterte ihm etwas ins Ohr, worauf er breit grinsend die Blondine stehen ließ und in Richtung Seitenausgang trottete. Dann suchte Margo Elias, der verloren am Rand der Tanzfläche stand und schüchtern zur Musik wippte. Sie musste schmunzeln.
Wenig später bewegten sich beide im flackernden Halbdunkel der UV-Lampen, kreisten animalisch mit den Hüften und genossen die flüchtigen Berührungen der schwitzenden Körper. Es war ein Moloch von intensiven Reizen und sinnlichen Stimulationen. Die Arme von Margo ruhten gestreckt über ihrem Kopf, während sie ihr Haar im Rhythmus der Drums von Rechts nach Links warf. Ihr Nikotin geschwängerter Atem strich über Elias Gesicht. Im Halbdunkel konnte er ihre weiblichen Formen erfühlen, während sie sich gekonnt zwischen seinen Beinen wiegte. Ihr zierlicher Busen, ihr ob der Haltung entblößter Bauch, das Piercing und der tief sitzende Saum ihrer Hose, all das schenkte sie ihm in diesem Augenblick. Sie legte ihm eine Hand auf die Hüfte und zwängte ihr Knie zwischen seine Oberschenkel. Dann wand sie sich aus seiner animalischen Umarmung, drehte ihm den Rücken zu und zuckte im Rhythmus der Musik mit dem Becken. Er folgte ihrer Einladung und schob seine Lenden bis auf eine Hand breit an ihr Gesäß heran. Sie konnte die Beule in seiner Hose spüren, und genoss den heißen Atem in ihrem Nacken. Sie duldete seine Hände, die sich zaghaft unter ihr Top schoben und erwiderte die Annäherung mit einem spielerischen Griff in seinen Schritt.
Mit einem Ruck drehte sie sich um und rieb sich mit einen Moment lang an seinem Oberschenkel. Dann deutete ihr Kopf in Richtung Seitentür und zog ihn behutsam an der Hand hinter sich her. Sie verließen die Tanzfläche. Während sich die zappelnden Leibern, augenblicklich hinter ihnen schlossen, wie eine Venusfalle um die Fliege.
Als sie durch die unscheinbare Seitentür ins Halbdunkel der kühlen Nachtluft zu schritten, fröstelte Elias. Margoth lümmelte sich mit einer neuen Zigarette an einen rostigen Container in Nähe der Feuerleiter, die auf das Dach der alten Lagerhalle führte. Die Gasse war nur spärlich durch zwei defekte Lampen an der Hauswand und über der Tür erhellt. Margo war kaum mehr als ein Schatten, dessen Gesicht durch das gelegentliche Glühen der Zigarette hin und wieder erleuchtet wurde. Ihre linke Hand stützte den Arm mit der Zigarette vor der Brust. Durch ihr schweißgebadetes Top zeichnete sich die zarte Form ihrer jungen Brüste ab. Die kleinen Knospen waren deutlich zu sehen. Ihr flacher Bauch hob und senkte sich rhythmisch mit jedem Atemzug.
Direkt hinter Elias trat eine weitere Person in die Gasse. Sie musste im Schatten der Tür gestanden haben. Elias nahm den fremden Geruch war, der sich langsam von hinten um seine Nase legte, männlich, erregt, kräftig, würzig, eine Mischung aus Moschus und Kiefernnadel. Er vernahm die schweren Schritte und erinnerte sich an den Recken unter dem Alkoven. Der Typ musste gut zwei Meter groß und war von recht stattlicher Statur sein. Sein Atem ging ruhig und gleichmäßig, was darauf schließen ließ, dass er nicht korpulent oder fett war.
Als sich Elias umdrehte ragte eine wahrhaft beeindruckende Gestalt vor ihm auf. Sein Sichtsfeld wurde gänzlich durch dessen Ausdünstungen beherrscht und Elias wich zwangsläufig zurück, während er schützend die Hände zwischen sich und den Fremden brachte. Er konnte den gewaltigen Brustkorb erspüren, lediglich verhüllt mit einem durchnässtes Hemd. Er spürte die kräftigen Muskeln. Der ganze Körper schrie vor Kraft und Männlichkeit, pures Testosteron.
Nach einem kurzen Zögern trat der Fremde an Elias vorbei und ging zu Margoth hinüber. Er musste gut doppelt so groß sein wie sie. Sie richtete sich auf, schmiegte sich an ihn und legte ihre Hand wie selbstverständlich in seinen Schritt, während sie gelassen weiter an ihrer Zigarette zog und Elias ansah.
"Das ist Vincent.", mit kindhafter Leichtigkeit zog sie den Hünen zu sich herunter und versenkte ihre Lippen zu einem leidenschaftlichen Kuss auf seinem Mund.
Mit einem leichten, aber bestimmten Auf und Ab ihrer Hand entlockt sie dem Fremden ein wolliges Knurren. Seine Stimme war tief und brummte mit einer Fülle, die mehr an einen Bären als an einen Menschen erinnerte. Sie schnippte die Zigarette weg und öffnete seine Hose.
"Was spürst du?", fragte sie leise ihr Gegenüber.
"Deine zarten Finger, wie sie meine Schwanz umspielen.", erwiderte er.
Geschickt holte sie das mächtige Glied aus den dunklen Tiefen seiner Hose, während Elias, versuchte den Schleier der Gerüche, der ihn umgab, zu durchdringen.
"Was tue ich jetzt?", fragte sie laut genug, dass es Elias hören konnte, und ging vor Vincent in die Hocke.
Elias vernahm ein leises, schmatzendes Geräusch. Er hörte wie sich Margo über die Lippen leckte und Vincent sanft stöhnte.
"Du hast dir meinen Schwanz in den Mund geschoben und bearbeitest ihn ausgiebig mit deinen Lippen und der Zunge.", antwortete der Hüne vorschriftsmäßig.
Elias fühlte, wie sich die Erregung des Recken auch auf ihn übertrug. Vorsichtig und instinktiv tastete er nach seinem Schritt, wo sich sein Penis gequält gegen die Enge der Hose drängte. Halt suchend stützte er sich an der kalten Ziegelwand ab und versuchte gepresst sein Begehren niederzuringen. Er konzentrierte sich auf die poröse Struktur des Mauerwerks und die muffige Feuchtigkeit, die ihm aus der Ecke hinter Tür entgegenschlug.
Margo begann sanft seine Hoden zu massieren.
Elias wünschte diese Zuwendungen würden ihm gelten.
Immer wieder schob sie sich den Schwanz tief in den Mund. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sich Vincent entlud. Kurz davor packte sie jedoch den harten Stock am Schaft und presste ihn brutal zusammen. Der Hüne schrie gepeinigt auf und stieß Margo von sich, die sich lächelnd am Container zurücklehnte und mit der Hand sachte ihren Schoß rieb.
"Was siehst du?", setzte sie das Spiel fort.
Vincent knurrte und schaute an sich herunter. Margo indes, öffnete gemächlich ihre Samthose, leckte sich die Fingerspitzen und schob die befeuchtete Hand in ihr Höschen.
"Was siehst du?", herrschte sie Vincent an.
"Ich sehe wie du deine Muschi streichelst."
"Und, weiter!", dabei zog sie das Stückchen Stoff in ihrem Schritt nach vorn, so dass Vincent auf ihre Scham schauen konnte.
"Du bist ganz feucht und glatt rasiert.", antwortete Vincent."
"Gut!", lobte Margoth die Schilderungen, des dümmlichen Riesen.
Das trieb Elias an den Rand des Wahnsinns und er fuhr Vincent an. "Knie vor ihr nieder und leck ihre nasse Spalte!"
"Tu, was er sagt!", bestätigte Margo amüsiert die Aufforderung, legte genüsslich ihre Hände über den Kopf an den Container und biss sich auf die Unterlippe. Gierig streckte sie Vincent ihr Becken entgegen.
Dieser ließ sich demütig auf die Knie herab, spreizte ihre Scham und fixierte mit der Zunge ihre feuchte Ritze.
Elias glaubte den animalischen Geruch ihres Geschlechts wahrzunehmen und verstärkte die Bewegungen in seinem Schritt. Er hörte wie der heiße Atem von Vincent über Margos Venushügel glitt und das Geräusch das seine Finger verursachten, während er sie bedächtig in ihre Möse schob. Jetzt war es Margo die leise stöhnte.
Ein plötzliche Knall, als hätte jemand den Deckel des Containers fallen lassen, ließ Elias zusammenfahren. Vincent hatte Margo unter den Schenkeln gepackt und versenkte seinen Speer in ihrem Schoss. Mit festem Griff trieb er ihr immer wieder seinen Prügel in den Leib.
Sie kicherte und legte ihre schlanken Fesseln um seine Hüften, während ihr Körper immer wieder blechern gegen die stählerne Seitenwand des Containers gestoßen wurde. Rhythmisch klatschte ihr Unterleib in Vincents Schoss. Das dumpfe Schlagen und metallische Quietschen des stählernen Containerkorpus hallte von den Hauswänden der Gasse zurück und verschluckte das verkrampfte Stöhnen des Recken.
Bevor sich jedoch sein Saft in Margoths Schoß ergießen konnte, zog er seinen Stab aus ihrer feuchten Grotte und setzte sie ab. Sie griff abermals mit fester Hand hinter seinen Schaft und genoss den Ausdruck in sein schmerzerfülltes Gesicht. Dabei legte sie ihm beruhigend einen Finger auf die Lippen, wie sie es vorhin bei Elias getan hatte.
Irgendwo war das Läuten einer Glocke zu hören, das sanft vom Hafen über das Wasser getragen wurde. Mit dem Klang schwang eine leicht bittere Briese nach Schwefel und Ammoniak herüber und im Norden senkte sich lautlos ein rot glühender Punkt vom Nachthimmel hernieder, vermutlich eine Maschine, die den Flughafen von Stuttgart ansteuert. Die kalte Luft legte sich wie ein erstickender Schleier über das Gesicht von Elias.

"Wer war das vorhin?", fragte Margo, leise an Vincent gewand.
Elias trat aus dem Schatten der zerschlagenen Laterne über der Tür, durch die dumpf das Dröhnen der Bässe aus dem Inneren des Lagerhauses drang.
Margos Gesicht verharrte wenige Zentimeter vor Vincents Lippen, ihr Blick haftete sich auf seine Augen. "Diese läufige Schlampe, mit der du rumgemacht hast?"
"Keine Ahnung, ich kenn sie nicht?", brummte der Hüne gezwungen.
"Aber du es reichte, um ihren Arsch zu betatschen, mein Großer?", fuhr sie mit einem leisen Flüstern fort.
"Es tut mir leid.", antwortete er verwirrt, ob des mütterlichen Tonfalls. "Sie hat mich angebaggert." Er wollte etwas zurückweichen, doch eine überraschende Kraft in ihrem Blick hielt ihn davon ab.
"Für mich sah es eher umgekehrt aus?", ihre Hand massierte wieder spielerisch die geschwollene Stelle zwischen den Beinen. "Erregt dich der Gedanke an ihre dicken Titten?"
"Du weißt, dass ich es nicht leiden kann, wenn du mit billigen Flittchen flirtest!", sagte sie bedrohlich, wobei eine unterschwellige Aggression in ihrer Stimme mitschwang.
Sie legt ihre Hände um seinen Hals und fixiert ihn in mit ihren braunen Augen.
"Elias!", richtete sie ihre Stimme an den stillen Beobachter, der noch immer im Halbdunkel stand, ohne ihren Blick von Vincent zu nehmen. "Die größte Angst der Menschen ist die, nur gewöhnlich zu sein? Schlimmer noch, die Meisten sind einfach nur dumm!"
Während der Große versuchte ihrem Blick abzuschütteln und sich ihren Händen zu entwinden, die ihm allmählich die Luft abschnitten, schwoll das leise Rauschen des Neckar im Unterbewusstsein von Elias zu einem Tosen an. Er spürte wie das Extasy langsam seine Wirkung entfaltete. Seine Sinne waren aufs Äußerste gespannt.
Margoths Hände erstickten allmählich Vincents Röcheln. Elias griff sich instinktiv an den Hals. Er glaubte ihre Haut zu fühlen, die sich klamm und kalt an ihn presste. Von seiner Erregung war nichts mehr übrig. Ein Gefühl von Beklemmung breitete sich in ihm aus. Seine Arme ruhten schlaff am Körper, er konnte sich nicht mehr bewegen. Ihr Blick, der verzerrt auf Vincent ruhte, schnitt scharf durch seinen Geist.
Panik überkam ihn, das Blut rauschte in seinen Ohren und pochte hinter seiner Stirn. Vor sich sah er verschwommen das blasse Gesicht von Vincent. Er sah Margos schmale Nase, ihren makelloser Mund, ihre weißen Zähne, die blauen Lippen, gerahmt von rabenschwarzem Haar ..., eine Woge der Angst spülte über ihn hinweg. Hilfesuchend blickte er sich um.
Vincent versuchte in ein paar letzten, verzweifelten Anstrengungen, den Körper Margos von sich zu drücken, aber seine Arme verweigertem ihm bereits den Dienst. Sie presste ein letztes Mal ihren Mund auf seine Lippen und er kämpfte gegen den Zwang in seinem Kopf.
Das Rauschen des Flusses war aus Elias Kopf verschwunden. An seine Stelle war das blanke Entsetzen getreten. Elias hörte das erstickte Schreien von Vincent. All seine Sinne schrieen Gefahr! Mehr und mehr drängte Furcht an die Oberfläche seines Bewusstseins. Er schlug verzweifelt um sich, und wollte um Hilfe rufen. Der Ruf entrang sich seiner Kehle, warme Luft strömte in die ausgedorrten Lungen und dennoch schien es, als würde auch er ersticken. Er riss die Augen auf, dann drang der Schrei allmählich in sein Bewusstsein.
Wie durch Watte hört er Margoths Stimme. "Man muss nicht sehen, um zu erkennen!" Völlig aufgelöst suchte Elias die Tür, die ihn zurück in die von Geräuschen durchflutete Halle brachte, zurück in die Realität. Er hastete den kurzen Flur entlang, die Treppe nach oben und vorbei an den Toiletten Richtung Ausgang. Dann, nichts mehr, weder Schmerz, noch Wut, noch Angst, nur Stille, Kälte und Dunkelheit.

Elias war Sechsundzwanzig und führte das Leben eines attraktiven jungen Mannes Mitte der 90iger Jahre. Mit einer Einschränkung, er war Blind. Mit dieser Behinderung lebte er ein Drittel seines Daseins. Bis zu jener Nacht, wo er im Drogenrausch beobachtete, wie ein zierliches Mädchen einen erwachsenen Mann erwürgte, nachdem sie gefickt hatten.

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