Jemand, der sich auskennt. Und vor allem Jemand, dem ich zu einhundert Prozent vertrauen kann.“
Martin sah seiner Assistentin in die Augen. „Ich habe an Dich gedacht!“
„Puh…“ Pat blies Luft durch ihre Lippen. Sie war doch schon von der Sekretärin zu Assistentin aufgestiegen. Mit einem traumhaften Gehalt…
„Du bekommst Prokura. Wir stellen eine Halbtagskraft für die Schreibarbeiten ein. Ich möchte allerdings, dass Du das Organisatorische wie bisher weitermachst. Du bekommst fünfzig Prozent mehr Gehalt und eine gewinnabhängige Jahresprämie.“
Patricia war baff. Nein, sie würde jetzt nicht Franziska von der Buchhaltung für den Job vorschlagen. Martin hielt sie für die Geeignete. Pat schaute ihren Mann an. „Sag doch auch mal was!“
Martin war klar, dass Patricia mit seinem Angebot ihren Mann gehaltsmäßig überflügeln würde. Aber ihr deswegen weniger anbieten? Martin wusste, dass Patricia gut ist und die perfekte Besetzung für diese neue Stelle. Sie lag mit ihren Analysen immer richtig und hatte oftmals richtig gute Ideen.
„Einen Haken hat das Ganze aber.“ Martin schaute abwechselnd in die Gesichter des Ehepaares. „Ich brauche deine Antwort in wenigen Tagen. Sonst muss ich mich anderweitig umsehen.“
„Eine Sekunde, ja!?“ Pat bat ihren Mann in den Garten.
Etwa zehn Minuten später wurde die Schiebetür von der Terrassenseite aus geöffnet. Patricia und Nils kamen auf Martin zu. „Bekomme ich meinen alten Job zurück, wenn ich das Ganze nicht packe?“
„Ja, natürlich!“ Olivia hatte das Wort übernommen. „Darauf habe ich schon gedrungen. Und das wird auch in deinem neuen Vertrag so drinstehen!“
„Euer Wort genügt mir vollkommen…“ Pat setzte sich wieder auf ihren alten Platz. „Nils sagt, so eine Chance bekomme ich nie wieder.
„Da hat er wohl Recht!“
Martin zog aus einem abgedeckten Korb eine Mappe hervor. „Dein neuer Arbeitsvertrag. Lese ihn in Ruhe durch. Es ist keine Falle eingebaut. Versprochen!“
„Gib schon her!“ Pat war in ihrem Element. Ohne zu zögern oder auch nur ein Wort zu lesen setzte sie ihren Servus unter das Dokument. Eine Frage hatte sie allerdings: „Wessen Idee war das, mir diesen Posten anzubieten?“
„Martin wollte Dich schon länger fragen, gerade als er gesehen hatte, wie engagiert Du jedes Detail unserer Hochzeit organisiert hast. Und das so „nebenbei“ und nicht als dein eigentlicher Job! Ich habe meinen Mann nur ein bisschen anstupsen müssen…“
„Ach ja,“ fügte Martin an, „wie Du weißt, kooperieren wir mit zwei Automarken beziehungsweise -häusern. Such dir ein Fahrzeug aus. Vierzigtausend stehen Dir zur Verfügung. Auch die zweite aparte Geschäftsführerin braucht einen adäquaten Wagen!“
In dem Korb befand sich neben vier Gläsern auch eine Flasche sehr teuren Sektes. Martin war nicht so der Champagnerfan. Und als jeder ein gefülltes Glas in der Hand hielt ließ es sich Olivia nicht nehmen, Patricia im Kreise der Geschäftsführung der Gassner GmbH ganz herzlich zu begrüßen und ihr vor den Augen der beiden Männer ein Küsschen auf die Lippen zu drücken.
„Martin,“ meinte Nils, „mir geht es wie Dir! Meine Frau ist die Überfliegerin…!“
Es tut sich was
Eine nicht alltägliche Ehe - Teil 13
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