Am Mittwoch Nachmittag war es dann so weit. Um 14:00 Uhr klingelte es an Esthers Haustür, und Herr M. bat um Einlass. Er stellte sich als Quartiergärtner vor und schilderte atemlos, dass er schon seit Jahren eine Frau suche, die sich Forsythien, ein paar Grasbüschel und kleine knospende Äste auf die Brüste malen liess. Esther führte ihren ersten Besucher ins gut beheizte Schlafzimmer und wies mit einer theatralischen Handbewegung auf die Farbtuben, Pinsel, Wasserschalen und Schwämmchen. Herr M. zitterte vor Erregung, während sein Modell ihre Bluse aufknöpfte und den BH auszog. Esthers schwere Hänger überwältigten den Mann völlig und er fuhr mit dem Rücken des linken Zeigefingers über ihre Brustwarzen. Dann machte er sich ans Werk. Mit zwischen den Lippen eingeklemmter Zunge bemalte er Esther mit allem, was die Natur (oder das Bild in seinem Kopf davon) hergab. Er ummalte ihre Nippel mit Rosenknospen, zauberte mit dem kleinsten Pinselchen fein gerippte Blätter auf ihre Haut, und das sich rankende Geäst wirkte nahezu plastisch. Immer wieder begutachtete er sein Werk kritisch. Esther stellte sich lächelnd vor den Schlafzimmerspiegel und fühlte sich wunderbar. Herr M. verliebte sich zusehends in sein Werk; in seinem Herzen erwachte der Frühling. Dann klingelte es erneut. Herr M. konnte seine Enttäuschung nicht leugnen, bat aber Esther, ihre Brüste mit einem der Schwämmchen reinigen zu dürfen. Esther nickte ihm zu und betrat in voller Pracht den Korridor, wo sie dem nächsten Künstler die Tür öffnete. Es war Kuno, der Bierwagenfahrer. „Nana“, sagte dieser, und sonst nichts. „Nana“.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.