Ihm gefiel das Spiel mit den Worten. Ihm gefiel, daß es ihr gefiel. Er wagte sich vor. So weit ,daß sie vor Schreck zusammenzuckte. Ich wußte nicht, was ich denken sollte. Doch unter meiner Hand spürte ich das Jagen. Der Puls überschlug sich beinahe. Er trieb an, suchte ein Ziel. In meinem Kopf hämmerte es und ich tat nichts. Nichts als lauschen - dem Puls und den Worten. Das Foto hatte es mir versprochen. Es hatte mir schon damals davon erzählt. Seine Hand hielt ich fest. Als er sich über mich beugte, öffnete ich die Augen und tauchte in seinen klaren Ozean.
"Sprich weiter. Ich mag es - sogar die Worte, die gar nicht zu dir passen."
"Das weiß ich. . . "
"Dann sag sie nochmal. "
Und er sagte es wieder. Ich beobachtete mich, beobachtete mich wie eine Außenstehende. Ich war stolz die Hürde zu nehmen, war stolz geschehen zu lassen.
"Sags nochmal. "
Und er sagte es wieder. Er nannte sie hübsche Fotze, schöne Fotze, geile Fotze - nannte sie Fotze. Es klang wie ein magisches Wort. Es war ein Kompliment. Ich las es in den Augen, spürte es an der Hand und hörte es an der Stimme. "Sags nochmal. Sags immerwieder. Ich will es hören."
Ich wollte wirklich. Sie wollte auch. Es war die perfekte Verständigung zwischen ihm und ihr. Sie reagierte von allein. Reagierte auf etwas, das ich mir genausowenig erklären konnte, wie dieses Klopfen im Kopf. Meine Hand lag auf dem kahlen Hügel. Ich ließ geschehen und es geschah. Es geschah ohne Berührung. Über die weiße Düne zum Meer. Die Flut kam von weit her. Fast lautlos rollte sie an. Ich ließ es geschehen. Langsame rhythmische Wellen, deren Kräfte im Nichtbegreifbaren lagen. Ich lauschte den Hüterinnen des Ozeans, las es in seinen Augen. Hauchfeiner Schleier der Ewigkeit. Ich ließ mich tragen, ließ es fliessen. Es trug mich sachte, unendlich sachte . . . Über die weiße Düne zu mir.
Danach schauten wir beide schweigend aufs Meer.
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