Euter

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Euter

Anita Isiris

Amélie war keine von ihnen, an jenem Abend aber Blickfang. Noch im Lexus hatte sie sich umgezogen und trippelte unsicher über den Kiesweg zur breiten Marmortreppe. «Was… haben wir denn da?», schmunzelte Reto und berührte Amélies linke Brustwarze. Händedruck war schon längst nicht mehr angesagt; die Post-Corona-Menschen hatten ihn sich für alle Zeiten abgewöhnt.

Bald darauf stand sie am Tresen, den neidischen Blicken der Frauen und den geilen Blicken den Männern ausgeliefert. Die Kommentare zu den «Eutern an der falschen Stelle» hörte sie so oft, dass es ihr irgendwann einmal reichte. So angenuckelt, wie sie  nun war, begab sie sich auf alle Viere. Die Männer fixierten ihren Vollmondarsch. «Muh». Sagte Amélie. «Muuuh». «Lass mich mal den Stier machen», röhrte Reto, trat hinter Amélie, beugte sich über sie und griff nach ihren Titten. Es war nicht das erste Mal, dass er sie «behandelte», in diesem Moment in der Rolle des sodomisierenden Bauern. Sie war ja eine Kuh, und es soll gerade in den Seitentälern dieser Welt nicht selten vorkommen, dass sich Landwirte mit ihrem Vieh vergnügen, während es sich die Frauen in den breiten Ehebetten ahnungslos mit einer Runkelrübe, einer Gurke oder einem Spargel besorgen.

Dann, als hätte Reto ein Zeichen gegeben, waren alle über Amélie. Alle wollten ihre Riesenmelonen spüren, alle wollten von ihr gelutscht werden, alle wollten ihren Hintern befummeln. Solange das schützende Kuhfell Amélies Körper von gierigen Händen und Schwänzen trennte, war Sebastian, der die Szene beobachtete, ruhig und gelassen. Er würde derjenige sein, der, vor den Augen aller, Amélie das Fell abziehen und sie genussvoll stossen würde. Wie ein richtiger Stier eben. Aber bis Mitternacht war es noch lange hin.

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