Explosionen

Bei den Androphoben - Teil 16

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Franck Sezelli

Das wussten schon die Alten, die Spermaten sind unter Kontrolle zu halten.

In jener Zeit war es Spermaten noch gestattet, ohne weibliche Begleitung im Ort spazieren zu gehen. Jener Spermat provozierte die Mädchen mit der Frage, ob er ihnen mal zeigen solle, was ihre Mütter, Omas und Tanten im Tempel zu sehen bekämen und weshalb sie nicht zu diesen religiösen Feiern zugelassen wären.
Natürlich waren die jungen Mädchen neugierig, fragten ihn aus und versuchten, Genaueres zu erfahren. Aber der Spermat wollte nicht mit der Sprache raus, er hatte es auf etwas Anderes abgesehen und machte die unschuldigen Mädchen immer neugieriger.  Schließlich ließen sie sich darauf ein, mit dem Spermaten in den benachbarten Park zu gehen. Dort präsentierte er den Mädchen das von ihnen noch nie gesehene Geheimnis. Sie durften es sogar anfassen und seine Größe und Härte bewundern. Weil sie aber trotz gegenteiligen Versprechens nicht den Mund halten konnten und unbedingt mit ihren Erlebnissen prahlen mussten, erfuhren ihre entsetzten Mütter und noch einige weitere strenggläubige Nachbarinnen von der Ungeheuerlichkeit. Jedenfalls verschwand dieser Spermat auf unerklärliche Weise aus dem Haus der damaligen Oberpriesterin und stand für die anstehenden Begattungen nicht mehr zu Verfügung.
Wenn die Suche durch die bewaffneten Kräfte nicht relativ schnell zum Erfolg geführt hätte, hätte dieser Spermat dem Königreich für gar nichts mehr zur Verfügung gestanden. Denn er wurde in einem desolaten, Mitleid heischenden Zustand wiedergefunden. Er war fürchterlich zugerichtet worden. Nur durch eine sofortige komplizierte medizinische Behandlung konnte zwar nicht seine Begattungsfähigkeit, aber wenigstens seine Fruchtbarkeit wiederhergestellt werden. Im Übrigen verliefen die anschließenden gerichtlichen Verfahren im Sande, bestraft wurde niemand. Allerdings wurden im Anschluss die Regeln für den Ausgang für Spermaten und deren Unterbringung in Montsvenus verschärft. So wie die Delegation aus der Hauptstadt dies auch kennengelernt hatte.

Am nächsten Morgen waren die regionalen, aber auch die überregionalen Zeitungen voll mit Spekulationen über das Verschwinden eines Spermaten in der Gebirgsregion. Viele der Journalistinnen ließen es sich nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass es den Spermaten betroffen hat, der einige Tage zuvor während einer heiligen Handlung eine gläubige Ninturistin geschändet hätte oder mindestens im Verdacht stand, dies getan zu haben. Alle erinnerten an den Entführungsfall vor dreißig Jahren und malten genüsslich die Details der damaligen Misshandlungen des Opfers in schrecklichen Farben, wobei immer anklang, dass sich das Opfer diese Behandlung selbst zuzuschreiben gehabt hatte.

Trotz der unübersehbaren Anstrengungen der Königlichen Streitkräfte in der gesamten Region blieb Masku verschwunden.

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