Der Fall des Engels in die Untiefen Sodoms - Kapitel 3

9 7-12 Minuten 0 Kommentare
Der Fall des Engels in die Untiefen Sodoms - Kapitel 3

Der Fall des Engels in die Untiefen Sodoms - Kapitel 3

Cyraxis

„Wow.“ Entfuhr es mir. Sie lächelte mich versöhnlich an und drehte sich einmal. „Und ich dachte immer, Stolz sei eine Todsünde.“ Dachte ich mir, konnte es mir aber mittels gewaltiger Willenskraft verbeißen.

„So komm…Wir werden Dir ein wenig Gewand besorgen und dann lade ich Dich zum Essen ein.“
Mein Engel nickte und wir fuhren los. Nachdem ich in einer Filiale eines bekannten Modeabzockers mit 2 Buchstaben ein kleines Vermögen investiert hatte (aber zur Belohnung einen schon beinahe menschlichen Engel bekam) gingen wir Essen.

Da sie keine Vorstellung von Geschmack hatte, wählte ich für sie und für mich und orderte noch eine Flasche guten Rotwein. „Nein, Alkohol verleitet zu unkontrollierten Handlungen“, wollte mein Engel protestieren, doch auf diesem Ohr stellte ich mich taub. „Du bist jetzt vorläufig ein Mensch. Ergo solltest Du diese Zeit nutzen und das Menschsein in all seinen Facetten genießen.“

„Aber das ist nicht mein Auftrag. Ich soll Dich auf den richtigen Pfad zurückführen.“

„Dann sieh es einmal so. Dazu musst Du mich erstmal richtig kennenlernen. Und dafür musst Du auch, naja, menschlicher werden.“

Eva schnaubte auf: „Was soll das heißen, menschlicher werden?“

„Na gut, das war wohl etwas hart ausgedrückt, fangen wir also nochmal von vorne an. Du stellst Vergnügen auf eine Stufe mit Sünde und Kontrollverlust, ohne überhaupt einmal Vergnügen gekostet zu haben. Lass es mich einmal mit Robert Sermáise ausdrücken.
Du bist wie ein Reisender in einem Zug, der das Sonnenrollo ganz heruntergezogen hat. Draußen könnte die schönste Landschaft nur darauf warten, dass sie Dich mit ihrem Anblick erfreut, aber Du hast einfach nur Angst davor, dass die Sonne zu grell ist und Dich blendet.“

Eva schwieg ob meines Vortrags, aber nahm doch ihr Glas, nachdem ich Meines gehoben hatte und gestattete sich einen Schluck. Für einen Sekundenbruchteil umspielte ein Lächeln ihr Gesicht, als sie den Wein schmeckte, dann wurde sie wieder Ernst, wagte es aber nicht, mich anzublicken.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 5105

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben