„Du bist ein Teufel und ein Verführer und ich zu schwach, um zu wiederstehen. Deine sündigen Lehren und Deine Maßlosigkeit in allen Dingen ist furchtbar und faszinierend zugleich.“
Beherzt griff ich zu ihr, legte meinen Zeigefinger auf ihr Kinn und hob ihren Kopf.
Anfangs wiederwillig, aber doch lies sie ihren Kopf heben und ich blickte ihr Lächelnd in die rehbraunen Augen. „Vielleicht solltest Du Dein Schwarz-Weiß-Denken ablegen und einfach ein wenig Freude am Leben haben, ohne immer bewerten zu müssen.“
Der Kellner unterbrach uns mit unserem Essen. Fasziniert beobachtete Eva, wie ich mein Rumpsteak in der Mitte teilte und eine rötliche Flüssigkeit aus dem quasi rohen Stück Fleisch auf den Teller rann.
„Du bist nicht nur ein Teufel und ein Zyniker, Du bist auch noch ein wildes Tier.“
Hatte sich da etwa eine winzige Prise Humor in ihre Feststellung gemischt? Ich konnte es kaum glauben.
„Schließ die Augen und vergiss für einen Moment, was Du gesehen hast.“
„Warum sollte ich…?“
„Tu es einfach“, unterbrach ich sie. Nach einem Moment des Zögerns kam sie meiner Aufforderung nach. Ich schnitt ein Stück ab. „Öffne deinen Mund.“ „Vergiss es, ich werde sicher kein rohes Stück Fleisch…“ „Öffne Deinen Mund“, wiederholte ich.
Ein kaum sichtbares Zittern bestätigte meinen ersten kleinen Etappensieg. Langsam öffnete sich ihr Mund. Ich wiederstand dem Drang, sie zu küssen und steckte ihr einfach meine Gabel mit einem Stück Steak in den Mund.
„Kauen“, forderte ich sie auf. Eva kaute bedächtig und schluckte. Dann öffnete sie die Augen und sah fast schon scheu an. „Es…es ist…annehmbar.“ Haspelte sie.
„Ich dachte, Engel dürfen nicht lügen“, höhnte ich. Eva knirschte kaum hörbar mit den Zähnen und blickte mit ihrer vertraut resignierten Art nach oben.
„Ok es ist…gut.“ Ich sagte nichts und grinste sie weiter an.
„Ach, Ok, es ist…phantastisch. Bist Du jetzt zufrieden, Du Schinder?“
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