Fatale Begierde

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Fatale Begierde

Fatale Begierde

Desdemona


Im Supermarkt piepste Susannas Handy, eine Nachricht von Javier: „Ich habe dir eine Nachricht als E-Mail geschickt, leider keine gute“. Susanna wusste, was das zu bedeuten hatte. Javier hatte mit ihr Schluss gemacht.
Genau eine Woche hielt er durch. Dann rief er Susanna an. Sie trafen sich im Restaurant. Er hatte Angst, die Nachbarn könnten sie hören. Tatsächlich machte er ihr eine Eifersuchtsszene wegen Wilfredo. Natürlich! Susanna hatte damit gerechnet, dass ihm Wilfredo davon erzählte. Sie fragte sich, warum sie sich vor einem verheirateten Mann rechtfertigte. Nach anderthalb Stunden verließen sie gemeinsam das Lokal.
„Und was machst du jetzt?“ fragte Javier.
„Ich fahre nach Hause“, sagte Susanna. „Kommst du mit?“
„Ich kann nichts dagegen machen. Ich kann mich nicht dagegen wehren. Ich kann nicht.“, entgegnete Javier.
Die beiden waren beim alten Stand angekommen. Sie trafen sich ein bis zweimal wöchentlich. Javier beschloss, reinen Tisch mit seiner Frau zu machen. Dagmar war sowieso klar, dass ihr Mann eine Affäre hatte. Soviel Zeit, wie er außer Haus verbrachte, soviel Ausreden konnte man gar nicht erfinden. „Körperlich bist du anwesend, aber mit den Gedanken bist du nicht mehr hier.“, hatte sie kürzlich zu ihm gesagt. Er sagte ihr, er würde sich eine eigene Wohnung suchen, er bräuchte mehr Freiraum. Sie reagierte mit Tränen der Verzweiflung.
Javier begann, Susanna unter Druck zu setzen. Für ihn wäre das Verlassen seiner Ehefrau ein Tauschgeschäft: Dagmar weg, Susanna her. Aber Susanna wollte ihre Freiheit nicht aufgeben, wollte keine gemeinsame Wohnung mit Javier. „Wenn du das machst, dann weil du weißt, dass eure Beziehung keine Zukunft mehr hat, aber nicht wegen mir.“, hatte sie ihm gesagt. Sie wollte nicht am Scheitern seiner Ehe schuld sein. Außerdem hatte sie ihre Freundin gewarnt: „Ihr tauscht nur die Positionen. Dann bist du die Frau und die andere die Geliebte.

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