Und eine solch verbotene Frucht, war die wunderschöne Schwester des Sultans. Sie war einfach so jung und schön, dass selbst die Schönsten meines Harems mich nicht von dieser Dummheit abhalten konnten.
Die Jungfer sollte gerade (wegen eines wichtigen politischen Bündnisses) verheiratet werden. Die alte Geschichte...
Doch ich verletzte die Gastfreundschaft, ...und stahl ihr das Jungfernhäutchen. Sie fand das auch ganz in Ordnung. Denn ihr Bräutigam war an die achtzig Jahre alt.
Die Palastwachen aber, waren in dieser Angelegenheit ganz anderer Meinung. Das spitze Hecheln der Glücklichen hatte sie misstrauisch gemacht. Sie sprengten die Tür, ...und fanden uns in eindeutiger Stellung vor. Da halfen auch keine Ausreden. Die Greifer warfen mich auf Geheiß des Sultans in das tiefste Verlies der Stadt, auf dass ich dort schmählich vertrocknen sollte.
Hier hing schon manch skelettierter Kreuzfahrer in seinen Ketten. Meine Aussichten waren also nicht die Besten. Ich hatte das heilige Gesetz der Gastfreundschaft verletzt, ...und es eigentlich auch nicht besser verdient. Das sah ich natürlich ein...
...Monatelang saß ich in diesem Loch. Ich war nicht mehr weit davon entfernt, das Schicksal meiner bleichen Kameraden zu teilen, als lauter Schlachtenlärm durch die engen Luftschlitze in meinen Kerker drang.
Scheinbar hatte der Papst erneut zum Kreuzzug geblasen. Und dieses Mal wohl mit größerem Erfolg. Es tat mir wahrlich um den freundlichen Sultan leid. Mehr noch aber, fürchtete ich um seinen kostbaren Harem, der nun in die Hände von „unzivilisierten Barbaren“ zu fallen drohte...
Doch in erster Linie dachte ich ganz unritterlich an mich. Mein Instinkt sagte mir, dass es jetzt wohl an der Zeit war, mich von meinen morgenländischen Fetzen zu trennen und in ein rostiges Kettenhemd zu schlüpfen. Es fanden sich da noch einige brauchbare Stücke, die meinen Vorgängern von den bleichen Knochen gerutscht waren.
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