„Ich war noch nie bei dir. Also, in deiner eigenen Wohnung, meine ich. Aber das Bon Jovi-Poster, das hattest du schon damals. Anyway, wir müssen los. Schnapp dir deine Jacke ... ach nee, kannst du ja gar nicht mit den Handschellen. Egal, so kalt ist es draußen ja nicht.“ Und mit diesen Worten zerrte sie ihn an den Handschellen hinter sich her, die Treppe hinunter und nach draußen, wo ihr Auto stand. „Entschuldigung, bevor du einsteigst, muss ich noch was machen.“ Sie zog einen dünnen Schal aus ihrer Handtasche und band ihn ihm um den Kopf. „Du darfst ja nicht sehen, wo wir hinfahren.“
„Marie, langsam wird es albern“, beschwerte sich Pascal.
Seinen Protest ignorierend, startete Marie den Motor. Er lehnte seinen Kopf an die kühle Scheibe, während Marie weiterhin drauflosplapperte. Hatte sich ihre Stimme schon immer so sexy angehört? Oder waren seine Sinne verwirrt, dadurch, dass er nichts sehen konnte? Schnell verlor er Orientierung und Zeitgefühl, doch die Fahrt konnte nicht lange gedauert haben, als er spürte, wie der Wagen anhielt und Marie ihn im nächsten Moment bereits aus der Beifahrerseite zerrte. Seine Füße berührten steinigen Untergrund, als er hinter ihr her tappte. Irgendwann sagte sie: „Setzen.“ Er konnte nicht einschätzen, ob sie bewusst einen leichten Befehlston gewählt hatte, fand es aber ziemlich erregend, dass sie so mit ihm sprach. Unsicher setzte er sich, schien aber auf einem gepolsterten Stuhl zu landen. Immerhin.
„Wo sind wir hier? Und was soll das alles?“ Doch Marie antwortete nicht. War sie überhaupt noch da? „Kannst du mir nicht wenigstens diese lächerliche Augenbinde abnehmen?“
„Okay, aber ...“
Er blickte sich um und erkannte die verlassene Lagerhalle, in die sie sich als Jugendliche heimlich geschlichen hatten, um zu rauchen.
Fesselnder Junggsellenabschied
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