In angenehmer Erschöpfung verließen die beiden Schönen schließlich das Bad. In ihren hübschen, kurzen Freizeittogen schlenderten sie gemächlich durch die Gassen der ewigen Stadt; und ernteten manch begehrlichen Blick. Sie amüsierten sich immer wieder über die Geilheit der Männer am Wegesrand, ...und konnten sich das Lachen kaum verkneifen. Noch beim Anstieg zu Nefrets Villa witzelten sie laut prustend über so manches, vor Geilheit gerötete Gesicht.
Als sie das eiserne Tor erreichten, wartete dort bereits der zahme Gepard. Schmeichelnd streifte er um ihre nackten Beine, als sie den Garten betraten. Bettelnd, nur mühsam die instinktiv schmeichelnd arbeitenden Krallen bezämend, stieg er an Nefret empor, um die Belohnung für sein pures Dasein zu erbetteln. Natürlich hatte sie ein frisches Hühnchen vom Markt im Korb. Wie ein Pfeil schoß er durch den Park, als sie es endlich fort warf, um seinen Jagdtrieb anzuspornen. Stolz schüttelte er seine Beute, dass die Federn stoben. Nun war seine Herrin plötzlich vollkommen uninteressant geworden.
An der Tür empfing sie bereits der nubische Hausknecht. Er hielt ein Schreiben vom griechischen Weinhändler Tochos in der Hand. Der weilte gerade in Rom, und bat um die Ehre einer Audienz.
Tochos war ein reicher, spendabler Herr mit besten Manieren. Doch auch wenn er ein Bettelmann gewesen wäre, Nefret würde ihn kaum abweisen. Denn sie verdankte ihm so viel. Dazu war er der beste Freund ihres verstorbenen Gönners. Natürlich war er herzlich willkommen. Fast kindlich freute sich Nefret auf das Wiedersehen; ersehnte das Schwelgen in gemeinsamen Erinnerungen.
Melante würde sich gleich auf den Weg machen, um ihre Einladung zu überbringen.
Noch ermattet von der letzten Nacht, erstieg Nefret die Dachterrasse, und streckte ihren Luxuskörper auf ihrer beschatteten Liege aus. Sie wollte noch etwas dösen, damit sie dem Gast frisch entgegen treten konnte. Schmeichelnd gesellte sich der Gepard hinzu. Verschlafen kraulte die Hetäre sein Fell.
Langsam flogen ihre Gedanken davon. Sie glitten in die Welt des Halbschlafes; ...schließlich ins Reich der verwaschenen Erinnerung.
Bilder aus alten Zeiten stellten sich ein. Bilder von Raub, Mord, Verschleppung. Modrige Schiffsplanken, feuchte Verliese, stinkende Spielunken taten sich auf. Säufer lärmten, Ketten rasselten, grobe Hände griffen gemein zu; ...das Zischen einer Peitsche ließ die Träumerin erschauern...
Doch es gab auch andere Bilder. Bilder von Güte und Glück.
Von Kindesbeinen an, verlief Nefrets Leben äußerst wechselhaft; ...nicht eben immer schön, ...aber äußerst aufregend.
Die Hetäre sank in tiefere Schlafregionen. Das Gesicht ihres Gönners erschien vor ihrem geistigen Auge. Auch sein Freund Tochos gesellt sich bald hinzu. Die Segel des ihres Traums trugen Nefret jetzt weit über`s Meer. An den fernen Ufern des Niels, nahm alles seinen Anfang...
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