Feuchte Finger

Rotkerbchens Abenteuer - Teil 13

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Feuchte Finger

Peter Hu

‚Irgend Etwas stimmt hier nicht‘, ...dachte der Letzte der weisen Magier, als die Schritte schon vor der Tür seines Gelasses knirschten. Nur noch wenige Atemzüge trennten ihn vom unfreiwilligen Märtyrertod. Eine leise Trauer erfüllte seinen Geist. Denn mit dem Verrinnen seines Blutes, wäre nicht etwa dem Sieg, sondern nur der Dummheit Tür und Tor geöffnet.

Nein, er würde die Tür nicht verrammeln. Denn er war schon neugierig, wie es auf der Schattenseite der Weltenscheibe aussah. Er hatte schließlich mit seinem kürzlich geköpften Vorgänger gewettet. Gidion hatte darauf bestanden, dass es dort nichts als Staub gab, der darauf wartete, in neue Formen gepresst zu werden.

Gleich am Eingang des Paradieses wollte man sich treffen, um die Spielschulden zu begleichen. Der verblichene Kollege beharrte bis zur letzten Minute auf der Jungfrauenversion.

...Da öffnete sich auch schon in mächtigem Schwung die Tür. Ein gewaltiger Sturm wehte mit dem Scharfrichter herein.

„Du kennst die Spielregeln, Magier…! Tut mir leid, ich mache auch nur meinen Job. ...Dumme Tradition! Aber was will man da machen?“

„Schon gut“, ...winkte der Weise ab.

„Schließlich werde ich gleich knapp achthundert Jungfrauen durchnudeln, ...während du hier die Sauerei wegmachst“...

Schicksalsergeben legte der Magier seinen Kopf auf die Tischplatte...

...Doch mit dem Wind, war auch ein dichter, schwarzer Staub in die Kammer geweht. Er juckte so heftig in der Nase, dass der Magier niesen musste. Ein dicker, gelber Brocken machte sich bei dieser Gelegenheit auf den Weg. Und der führte ausgerechnet in den Tiegel mit der scheinbar verdorbenen Zauberpaste.

Mit seinem Einschlag ging ein zitterndes Beben durch den Turm. So heftig, dass der sich gefährlich neigte. So gefährlich eben, wie er sich nur zu neigen pflegte, wenn die Weltenscheibe ins trudeln geriet. Mit anderen Worten: Fast nie!...

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