Filomenas Punze

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Filomenas Punze

Filomenas Punze

Anita Isiris

Denn die Technik machte es ja möglich, die explizite Stelle ganz einfach herauszukopieren, und zwar hochauflösend. Ausdrucken. Aufs Kopfkissen legen. Loswichsen.




„Ach, was soll's“, sagte sich Stefano. Er lächelte seiner Nachbarin aufmunternd zu, und diese brachte sich in Pose. Bereits der zweite Take war perfekt. Es brauchte nicht mal eine Nachvertonung. Man hörte Filomenas leises Atmen während der Performance, und dieses leise Atmen war um Klassen geiler, als wenn sie jetzt eine Tonspur von Taylor Swift reingezogen hätte – mal abgesehen von möglichen urheberrechtlichen Problemen.

Mit leisem Zittern betrachtete Filomena den Clip. Sie trug das hellgrüne Trikot, weil dieses ihr gemäss Stefano besser stand. Und Filomena gefiel sich und verfiel in das, worin heutzutage Millionen von jungen Frauen verfallen: In grenzenlose Selbstliebe. Sie war so selbstverliebt, dass sie den Clip unbedingt, in den nächsten Minuten, teilen wollte.

Filomena stand unter Strom, postete den Clip und nickte Stefano zu, im Sinne von „es ist vollbracht“. Dann gab ein Wort das andere, Filomena suchte Stefanos Nähe, im Schlafzimmer waren die beiden ja bereits. Und Stefano suchte Filomenas Nähe. Beide waren derart heiss, dass Filomena nicht mehr dazu kam, ihr Trikot auszuziehen. Stefano schob den Stoff zur Seite, reizte mit den Fingerspitzen Filomenas klitschnassen Scheideneingang... dann nahm er sie genussvoll, mit kräftigen Stössen, die Filomena mit kleinen, spitzen Schreien quittierte. „Du glaubst gar nicht, wie lange ich schon davon träume“, raunte Stefano Filomena in ihr erhitztes rechtes Ohr. Durch den Baumwollstoff hindurch saugte er sich an ihrem linken Nippel fest und drang tief in die junge Frau ein. Noch tiefer. Und noch tiefer. Bis beide im ewiglich währenden Rhythmus inniger Liebe versanken.

Die beiden machten es mehrmals, mal hart, mal zärtlich, und hatten bald keine Geheimnisse mehr voneinander. Der Vollmond verzog sich hinter eine Nebelwand, nur die Strassenlampe vor Filomenas Schlafzimmer sandte diesiges Licht auf ihre bunte Bettdecke. Eng umschlungen schliefen die beiden ein, während da draussen die TikTok Community raste.

Am nächsten Morgen... hatte Filomena 200'000 Follower:innen. Weltweit. Aber viel wichtiger für sie: Sie hatte einen liebevollen Freund gewonnen, dem sie nun Kaffee kochen würde.

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