Er bedachte mich, die Neunzehnjährige, zwar mit unverhohlen lüsternen Blicken und zotigen Anmerkungen, hatte sich aber noch soweit im Griff wie man das von halbwegs zivilisierten Menschen erwarten darf. Es war immer knapp unter der Schwelle, wo ich gesagt hätte: ‚Jetzt reicht’s, ich fahre nach Hause‘. Ich wollte eben ungern scheitern; das schien mir irgendwie keine Option zu sein.
Dann ging das große Beißen los. Eine seiner Frauen und vier der Kinder hat es auch erwischt. Und jetzt fiel die Maske so richtig. Ihm wurde klar, dass Frauen von nun an zu einem sehr seltenen Gut würden, und er wollte sein Stück vom Kuchen – ein großes Stück. Also sagte er mir, dass er mich heiraten würde. Ich lehnte ab, was ihn aber nicht sonderlich störte. ‚Einvernehmen wäre überbewertet‘ oder so ähnlich entgegnete er auf meinen abschlägigen Bescheid.
Die verbliebene Ehefrau, Karen, bekam das natürlich mit und nahm mich heimlich auf die Seite. Sie erzählte mir, dass sie aus armen Verhältnissen stammte und von ihren Eltern verschachert worden sei. Die Hochzeitsnacht wäre eigentlich eine Vergewaltigung unter Alkoholeinfluss gewesen. Außerdem hatte er ihr schon mitgeteilt, dass er nicht nur mich heiraten, sondern noch eine weitere Frau fangen wollte. Karen wollte mir helfen wegzukommen, aber in dem vollständigen Chaos der ersten Monate war das undenkbar. Wir hofften, dass sich die öffentliche Ordnung irgendwann wieder stabilisieren würde und ich nach Alameda fahren könnte, um zu schauen, ob meine Familie noch lebt.
Aber der widerliche Kerl wurde immer gieriger und verlor langsam seine Hemmungen. Erst versuchte er mich zu umwerben; als das nicht klappte, wurde er immer obszöner und gewöhnlicher. Der Sabber lief eigentlich jeden Tag. Mit einer Polaroid-Kamera hatte er zwei Fotos von seinem ‚Prachtstück‘ angefertigt und mir aufs Bett gelegt.
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