Mürrisch ging der Alte darauf ein und ging fortan außerhalb auf Streifzüge. Er wollte vermutlich irgendwo die Frau einfangen, von der er schon gesprochen hatte – oder jetzt ja sogar zwei.
Nun stellte mir der Bengel – ganz der Vater – genauso nach, aber er hielt sich zunächst weitestgehend an die Spielregeln des Anstands. Na ja, jedenfalls wenn man davon absieht, dass er mich regelmäßig dazu aufforderte, ihm doch schon mal vorehelich einen runterzuholen; das wäre schließlich erlaubt. Auch schlug er immer wieder sehr blumig und detailliert vor, ich könne ihm den Saft auch mit dem Mund absaugen, wie er es nannte. Aber er versuchte wenigstens nicht, sich etwas mit Gewalt zu holen. Natürlich habe ich ihm nicht die Banane gepellt; nichts lag mir ferner.
Im Gedanken wird mich kein Kerl häufiger durchgeorgelt haben wie dieses frühreife, verkommene Früchtchen.“
„Und dann?“
„Und dann? … Dann kam der Zug“, sagte Kris fröhlich. „Plötzlich stand er auf einem Nebengleis. Es muss so zwei Jahre nach dem großen Beißen gewesen sein. Wir konnten aus dem Obergeschoss hinten raus alles genau beobachten. Du kennst ja die Prozeduren. Nach einem, zwei Tagen wurde der Kampfteil abgekoppelt und verschwand in nördlicher Richtung, nach Salt Lake City wie ich später erfuhr, um den allerschlimmsten Abschaum zu eliminieren. Emma und ich sahen dem Treiben am Wohnteil des Zuges fasziniert zu; es waren ja nur etwa dreihundert Meter. Diese Ordnung und Disziplin – aber auch das fröhliche Treiben der Kinder, die unter den Augen der Wachen spielen durften …“
„Emma … etwa die Emma …?“
„Ach ja, ich hatte noch gar nicht Emma erwähnt. Genau, die Emma! Sechzehn war sie damals, die älteste der Kinder, jedenfalls nachdem die Beißer vier Geschwister getötet hatten. Der Alte hatte bereits begonnen, sie als Tauschware zu begreifen.
Flucht aus Provo / Utah
Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft
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