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Emet und Elian verbrannten Kleidung und Ausrüstung der Soldaten, alles was die Waldbewohner nicht unkompliziert verwerten konnten. Keinem der verwundeten Überlebenden taten sie etwas und ihre Schreie kümmerten sie nicht. Sie hatten eine Chance zu überleben, keine besonders gute zugegeben, so nackt und verletzt im Wald. Nur warum sollten die Täter barmherzigere Bedingungen haben als ihre Opfer? Elian forderte sie auf, sofern sie überleben, allen kundzutun, dass sie, die Vogelfreie, sie besiegt hatte. Dann jagten sie und Emet mit wehendem Haar das Tal hinunter und trieben die Pferde der Besiegten in die Steppe hinaus, mochten sie in Freiheit leben oder irgendwem zulaufen.
Sie durchquerten die karge Ebene und kühle Wälder im Hochland und stiegen ab jenseits der Berge in eine heitere, liebliche Landschaft mit Baumhainen, Getreidefeldern und vermehrt kleinen Ansiedlungen. Wo sie Menschen antrafen, erzählten sie freimütig von ihren Taten - und suchten schleunigst das Weite. So amüsant das war, Emet sehnte sich danach, das Gebiet von Arrnos endlich hinter sich zu lassen und wieder unter freundlichen Menschen zu weilen. Weit sei es nicht mehr, tröstete Elian sie.
Allein, es sollte nicht sein. Ein halben Tagesritt entfernt von der Furt durch den Grenzfluss ritten Elian und Emet zu einem kleinen Gutshof, um Proviant zu erwerben. Schon außerhalb des Gehöfts hörten sie qualvolle Schreie und das grausame Knallen einer Peitsche. Als Elian und Emet in den Hof jagten, bot sich ein Bild des Grauens. Eine junge Sklavin war so furchtbar mitgenommen von der Misshandlung, dass Elian den Gutsherrn einfach nur in scharfem Ritt überrannte und die Hufe ihres Pferdes dann den Rest erledigen ließ. Innerhalb weniger Augenblicke war er ein viel blutigerer Klumpen Fleisch als die junge geschundene Frau. Das Gesinde flüchtete sich zu der noch im Entsetzen über das Schicksal ihres Gatten hochnäsig befehlenden Herrin.
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