Die Unterstände waren mir aufgefallen als ich in Cerespoly eintraf, aber ich hatte geglaubt, dass sie zur Verteidigung dienten. Das sie vorrangig dafür geschaffen waren die eigenen Leute am Weglaufen zu hindern, wäre mir in diesem Moment im Traum nicht eingefallen.
Die ersten Tage mit Jill waren Tage des Glücks und der Harmonie. Ein seltenes Gut in diesen Zeiten. Aus den geplanten drei Tagen abseits der ‚79‘ wurden ein paar mehr. Es machte Spaß mit Jill zu jagen, nach Vorräten zu suchen, am Feuer zu sitzen, Spaß zu haben. Es knisterte unterschwellig zwischen uns. Aber keiner machte den ersten Schritt. Wir waren mehr sowas wie richtig richtig gute Kumpels. Als sie einmal vom Lagerfeuer aufstand und ich sie fragend ansah, erklärte sie: „Sie müsse mal aus der Hose.“ Ich riet ihr „Geh nicht zu weit weg, denk an die Donalds“, worauf ich mir anhören musste: „Oller Spanner, du willst doch nur glotzen.“
Darauf entgegnete ich: „Du hast mir deinen Puschel doch schon gezeigt, geradezu unter die Nase gehalten. Weißt Du nicht mehr?“
Das war nicht von der Hand zu weisen und sie ging tatsächlich nur ein paar Schritte bis hinter den nächsten Baum und nach wenigen Sekunden hörte ich es plätschern. Niedlich fand ich, dass der gewählte Baum nicht besonders dick war und ihr bleicher Hintern seitlich hervorlugte.
So verging die Zeit. Auch miteinander zu plaudern, machte Spaß. Sie konnte witzig und geistreich sein – wenn sie wollte. Manchmal sprachen wir von der Zeit vor der Apokalypse, dann ließ ich tunlichst das eine oder andere in meinem Leben geschehene unerwähnt.
Flucht ins Ungewisse
Nach dem großen Sterben – Teil 4
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Flucht ins Ungewisse
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