Sie schaffte es ein paar andere Frauen, ebenfalls Leckschwestern oder sowieso schon chronisch untervögelte alleinstehende Frauen, aufzuwiegeln und den Plan einer männerlosen Gesellschaft zu realisieren. Die ersten Männer wurden etwa ein Jahr nach der Apokalypse außerhalb des Lagers unauffällig hinterrücks abgemetzelt. Sie hatten keine Chance ihr eigenes Ableben zu realisieren, so schnell und hinterhältig geschah es. Im Lager wurde ihr Verschwinden dann den Outlaws oder ‚Donalds‘ zugeschrieben. Als einige unbeteiligte Frauen aber misstrauisch wurden und anfingen Fragen zu stellen und das Ganze auch viel zu lange dauerte, kam es zur ‚Blutnacht von Westward Falls‘. Die meisten Männer wurden per Pistole mit Schalldämpfer oder mittels Schnitts durch die Kehle entsorgt, oft neben ihren schlafenden Frauen.
In dieser Nacht nahm ‚Cerespoly‘ Gestalt an. Sue wäre nicht Sue, hätte sie nicht alles weitere bis ins Detail vorgeplant. Sie hatte in ihrem Wahn eine Pseudoreligion ausgearbeitet und kaschierte damit nun den Irrsinn ihres Treibens. Selbst die geübte Vermehrungspraxis, Jill nannte die Besamungsrituale ‚Heilige Empfängnis‘, hatte sie vorab ersonnen und ein pseudoreligiöses Regelwerk zur Ehrung der Göttin der Fruchtbarkeit ‚Ceres‘ verfasst. Bald darauf hatte sie die ersten zu Zuchtbullen degradierten Männer einfangen lassen. Die ehemaligen Bewohnerinnen von ‚Westward Falls‘ zerfielen plötzlich in zwei Gruppen, die Getreuen von Sue, die ‚Guards‘, ab jetzt alleinige Waffenträger und die ‚Polys‘, so nannten sie den Rest, die Mehrheit, das gemeine Volk. Während die die meisten Guards den ‚Permit‘ hatten, das Lager für Jagd- und Beutezüge zu verlassen, durften die Polys den Sperrkreis nicht verlassen, also den Ring der Felder und Gärten außerhalb der Siedlung. Abgegrenzt war der Sperrkreis durch die Unterstände für die Guards.
Flucht ins Ungewisse
Nach dem großen Sterben – Teil 4
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