Flurinas Schamhaarspitzen

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Flurinas Schamhaarspitzen

Flurinas Schamhaarspitzen

Anita Isiris

Er bewohnte die Dachstube direkt neben Flurina und hatte längst zwei Holzbretter auseinander gezwängt, um etwas mehr von Flurinas Leben mitzubekommen. Zu seinem Verdruss zog sie sich nie aus und schlief in den Kleidern, daher war jene Nacht, als der Mond Flurinas Fötzchen beschien, das wahre Elysium. Ursino musste drei Mal hinschauen. Er traute seinen Augen nicht. Da lag sie also, Flurina Abersünd, mit ihren dichten, blonden Locken um sich herum, als wäre sie ein Gemälde. Oben trug sie eine gelbliche Leinenbluse, und Ursino hätte mehrere Jahre seines Lebens darum gegeben, zu erfahren, was für Lustjuwelen sich darunter verbargen.

Aber nun war er mit etwas viel Intimerem zugange, nämlich mit Flurinas Zwischenschenkellandschaft. Sie, die Dorfschöne, vertraute sich ihm, dem Knecht, unfreiwillig an, während draußen der Schneesturm schon wieder ein Opfer forderte.

Ursino konnte nicht anders, als in seiner Hose nachzufassen, zu fassen nach dem schweren, sich ausdehnenden Turm. Mit diesem Turm hätte er Flurina am Liebsten gepfählt, sie keuchen, schreien gehört, während dem sie sich im Lusttaumel wand. Ursino war ein guter Beobachter, wenngleich sich seine Erfahrung mit Frauen in engsten Grenzen hielt. Denn wer wollte schon einen armen Schlucker wie ihn umarmen? Frauen suchen immer einen sicheren Hafen für sich und ihre Kinder, was Ursino bewusst war, aber dennoch liebte er sie, diese Geschöpfe mit den geheimnisvoll hohen, warmen Stimmen, mit den weichen Trauben, die da hingen, mit den warmen Bäuchen und den feuchten Grotten. Hängende Trauben. Zu jener Zeit hatten nahezu alle Bündnerinnen Hängebrüste, auch unsere Flurina. Das hat etwas mit Inzest zu tun, der allenthalben praktiziert wurde, in Ermangelung eines Tors zur großen, weiten Welt. Der Weg in die Welt war weit, sehr weit. Und wer sich zum Aufbruch entschloss, hat halt zum Abschied seiner Lieben...

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